HEIMISCHE SCHLANGEN

 

KREUZOTTER - Vipera berus

Vorkommen / Verbreitung:

Sie kommt in der ganzen Obersteiermark vor, jedoch erst ab einer Seehöhe von rund 800 m. In den Niederungen ist die Kreuzotter NICHT! anzutreffen. Berichte oder Meldungen über Kreuzottern in den Niederungen sind auf eine Verwechslung mit der Schlingnatter zurückzuführen oder entstammen der Zeit, wo in der Oststeiermark noch Wiesenottern (Vipera ursini) vorkammen, welche jedoch seit 1995 in Österreich als ausgestorben gelten. Ihre größten Populationsdichten erreicht die Kreuzotter zwischen 1000 bis 1500 m Seehöhe. Sehr starke Populationen gibt es am Sölkpass, auf der Stolzalpe bei Murau, in der Ramsau, dem Grimming-Gebiet, im Salzkammergut, dem Hochschwab-Gebiet, den Fischbacher Alpen bis zur Teichalm sowie in den gesamten Wildbacher Alpen.

Erreichbare Größe:

Die Kreuzotter erreicht eine Größe von 70 - 80 cm.

Erreichbares Alter:

Die Lebenserwartung der Kreuzotter liegt bei ca.15 Jahren. Vorraussetzung ist ein optimaler Lebensraum und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Sie ist einer ständigen Gefährtung ausgesetzt, da sie zum Nahrungsspektrum von Vögel und anderer Fressfeinde gehört. Mit zunehmender Größe wird jedoch die Bedrohung des Gefressenwerdens immer geringer.

Nahrung:

Vorwiegend Mäuse, kleine Ratten, Eidechsen und Jungvögel

Aktivität:

Die Kreuzotter kann, je nach Witterung, bereits schon Ende Februar / Anfang März gesichtet werden. Sie ist, anders als unsere heimischen Nattern, bereits bei Aussentemperaturen um 5 - 7 Grad außerhalb ihrers Schlupfwinkels anzutreffen. Im Frühjahr und im Spätsommer kann man sie zu jeder Tageszeit antreffen. Im Hochsommer, an heißen Tagen, läßt sie sich vorwiegend nur in den Nacht- und Morgenstunden blicken. Sie fühlt sich bei Durchschnittstemperaturen von 15 - 18 Grad am wohlsten. Das ist auch der Grund, warum die, in der Steiermark beheimateten, Kreuzotter-Populationen die wärmeren Regionen in den Niederungen meiden und dort auch nicht dauerhaft überleben würden.

Winterruhe:

Von Oktober bis März.

Fortpflanzung / Paarung:

Die Paarung erfolgt nach der Winterruhe in den Frühlingsmonaten zwischen April und Mai. Die Kreuzotter ist ovovivipar (lebendgebärend). Die Schlupf der Jungetiere erfolgt zwischen Juli und September.

Verhaltensmerkmale bei einer Bedrohung:

Die Kreuzotter geht dem Menschen grundsätzlich früh genug aus dem Weg und flüchtet dabei unter die nächstbeste Wurzel oder unter einen Stein. Sie ist deshalb auch sehr schwer aufzufinden. Fühlt sie sich direkt bedroht, nimmt sie eine deutliche S-Stellung ein und zischt dabei hörbar. Sie beißt dabei jedoch nicht so rasch zu wie z.B. die Würfelnatter oder die Schlingnatter. Eher sucht sie ihr Heil in einem vorsichtigen Rückzug. Sollte aber ein Biss erfolgen, so führt die Giftwirkung beim Menschen im Normalfall nur zu lokalen Ödemen. Schwere Krankheitsverläufe sind selten, tötliche die absolute Ausnahme. In Österreich ist seit 1954 kein Mensch nachweislich durch einen Kreuzotternbiss zu Tode gekommen. Gegen das Gift der Kreuzotter sind in unserem SERUMDEPOT ständig Antitoxine vorhanden.

Sonstiges / Nennenswertes:

Die Kreuzotter besitzt als Giftschlange einen (zuunrecht) schlechten Ruf. Ihre Gefährlichkeit ist bei weiten nicht so hoch, als von vielen Leuten angenommen. So kursieren die unmöglichsten Schauergeschichten innerhalb der Bevölkerung, die allesamt dem Reich der urbanen Legenden zuzuordnen sind. Einige dieser "Märchen" und Irr-Meinungen haben wir HIER für Sie zusammengefaßt.

Schutzstatus:

Kreuzottern stehen, so wie alle heimischen Schlangen, unter strengstem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet werden. Ebenso ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen verboten.

Die Kreuzotter - als Giftschlange ist sie Ursprung zahlreicher urbanen Legenden - ist in der Steiermark noch weit verbreitet.

(Foto: C.Riegler/Herpetofauna)

Kopf einer Kreuzotter. Schön und deutlich zu erkennen sind ihre geschlitzte Pupille sowie ihre überstehende Augenschuppe.
Kreuzotter mit der für sie typischen Rückenzeichnung
Die Kreuzotter tritt in der Steriermark in den unterschiedlichsten Farbvarianten auf (Foto: Wallner)
Folge eines Kreuzotternbisses - in der Regel kommt es, so wie hier, nur zu lokalen Ödemen.

 

 

  ZURÜCK