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23.September 2010 Wieder ein UVS-Entscheid gegen das Veterinäramt Nachdem das Veterinäramt Graz-Umgebung bei 2 Krokodilhaltern, welche ihre Tiere seriös und nach allen erforderlichen Richtlinien gemeldet haben, versuchte, mit fadenscheinigen Argumenten unsinnige Auflagen zu erteilen, landete das Ganze nach Berufung vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS), welcher nun ein klares Urteil zugunsten der Krokodilhalter traf. (Anmk.: es war nun bereits das 2 mal innerhalb kurzer Zeit, das vom UVS ein Urteil zugunsten der Reptilienhalter erging). Hier nun die Zusammenfassung von Mag. Jörg Zwicker, Sachverständiger für Reptilien und unmittelbar Betroffener: Seit Jahrzehnten pflege ich artgerecht unterschiedlichste Reptilienarten: Echsen, Schlangen, Krokodile. Als Sachverständiger war ich auch stets bemüht, die nicht immer artgerechten Bestimmungen des TSchG einzuhalten. Meine Tiere waren stets bei sämtlichen zuständigen Behörden - Land Steiermark (Artenschutz), BH-Graz-Umgebung (Tierschutz) und Gemeinde (Sicherheitsgesetz) gemeldet. Des weiteren bot ich dem Veterinäramt Graz-Umgebung an, in Reptilienfragen gerne mein Wissen und meine Erfahrungen einzubringen und bei Fragen zu helfen. Im September 2009 bekam ich vom zuständigen Amtstierarzt Dr. F. einen offiziellen Besuch zur Begutachtung meiner ordnungsgemäßen Tierhaltung, womit ich kein Problem hatte, da meine Tiere artgerecht und Tierschutzgesetz-konform untergebracht sind (ist ja nicht immer das selbe). Nach einem ersten "...wow, sie haben sich viel angetan, das schaut wirklich toll aus...." und einigen Erkundigungen über Reptilienhaltung allgemein kam sehr plötzlich der Schwenk. Die Terrarien wurden genau vermessen, die Anzeigen der Hygrometer und Thermometer penibelst mit der Tierhalteverordnung verglichen. Bei meinem Brillenkaiman stieß man auf die (wieder einmal) mangelnden Vorgaben der Halteverordnung, da in dieser nur Beckengrößen für adulte Tiere beschrieben und vorgegeben sind, Angaben zur Haltung von juvenilen Tieren jedoch fehlen. Obwohl mein Kaiman erst 95cm groß war, begann daraufhin Dr. F. rätselhafterweise zu hinterfragen, ob das Tier nicht adult sei bzw. ob das dann nicht hieße, dass ein Becken für adulte Tiere zur Verfügung gestellt werden muss. Dies war auch die Zusammenfassung in seinem Gutachten mit der Auflage, das Becken innerhalb kürzester Zeit entsprechend zu vergrößern. Inhaltlich berief er sich hierbei auf die Veröffentlichung eines Hobbyterrarianers und auf Auskünfte des Ministeriums. Die von mir eingeholten Sachgutachten international anerkannter Spezialisten und Sachverständiger wurden ignoriert. Man versuchte, mein Tier als "adult" einzustufen, wohl in der Hoffnung, dass ich die Vorgaben der großen Anlage nicht erfüllen kann und somit das Tier "wegkommt". Kurz nach der Begutachtung meiner Anlage erfolgt eine Begehung einer weiteren Kaimananlage, bei welchen die selben Kritikpunkte und Auflagen angewendet wurden. Natürlich beeinspruchte ich das Gutachten und die Auflagen in allen Punkten. Kurz daraufhin erhielt ich einen Anruf der Gemeinde, dass das Veterinäramt bei dieser hinterfragt hat, ob ich wohl eine "Haltegenehmigung für gefährliche Tiere" besitze. Offenbar war man in der Diskussion so überfordert, dass man nun über diesen Umweg versuchte, mich bzw. meinen Kaiman loszuwerden (es erübrigt sich zu erwähnen, dass ich diese Haltegenehmigung rechtskonform besitze; jedenfalls ist hierfür einzig die Gemeinde und nicht das Veterinäramt zuständig) Auch der andere Kaimanhalter beeinspruchte die Vorgaben des Veterinäramtes und so kam die ganze Geschichte an den Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS). Dieser bemühte wiederum Sachgutachter, die feststellten, dass unsere Tiere JUVENIL sind - aber (seltsamerweise) trotzdem die Anlagen für adulte Tiere gebaut werden sollten. Natürlich beeinspruchte ich auch dies, weil somit die gesamte Tierhalteverordnung, in welcher es bei allen Tieren einen (logischen) Zusammenhang zwischen Tiergröße und erforderlicher Beckengröße gibt, ad absurdum geführt werden würde. In der darauffolgenden Verhandlung des Kollegen verstrickte sich die Gutachterin in Widersprüche und war schon bei der kleinsten Frage nach Systematik so verunsichert, dass angenommen werden kann, dass sie ihr Gutachten aus Büchern zusammengeschrieben, aber nicht wirklich mit Kaimanen zu tun hat. Überraschend verlief der Auftritt der neuen Tierschutz-Ombudsfrau (eine Veterinärmedizinerin und ehemalige Amtstierärztin). Sie unterstellte dem Halter gleich einmal, dass die Herkunftsnachweise möglicherweise gefälscht seien und er die Tiere nur so wenig füttern würde, damit sie nicht schneller wachsen und somit noch lange als juvenil gelten würden. Dass gerade wir Halter am allermeisten daran interessiert sind, dass es unseren Tieren gut geht und diese daher entsprechend gepflegt werden, war für sie nicht relevant. Während die ausgezeichnete Richterin nach einem Konsens suchte, wurde vonseiten der Tierschutz-Ombudsfrau ein Antrag auf medizinische Untersuchung der Tiere gestellt. Hierfür müssten die Tiere herausgefangen, gefesselt und in eine Klinik gebracht werden. Diese tierquälerischen Massnahmen wurden für sie durch das zu erwartende eindeutige Ergebnis der Altersbestimmung gerechtfertigt. Dass die Anlage ohnedies ab einer gewissen erreichten Größe umgebaut würde, wurde ebenfalls ignoriert. Somit erhärtete sich auch hier zunehmend der Verdacht, dass es nicht um das Tierwohl, sondern einzig um strategische Ziele geht. Ein interessante Wendung in der Verhandlung: es wurde mehrmals von verschiedensten Seiten - auch von der Tierärztin und Tierschutz-Ombudsfrau bestätigt und betont, dass ein "Tierarzt mit herkömmlicher Ausbildung" nicht in der Lage ist, den Gesundheitszustand eines Reptils zu erkennen. Nun kam das Urteil des UVS. Überraschenderweise wurde die oben genannte und beantragte Untersuchung nicht mehr abgewartet. Die Richterin entschied, dass der Einspruch gerechtfertigt war und man nicht so agieren könne, wie das vom Vetamt praktiziert wurde, nämlich ein Tier zu einem adulten Tier umzuinterpretieren, nur damit es in die Vorgaben für adulte Tiere passe. Da ich persönlich aus privaten Gründen meinen Kaiman verkaufte, ließ ich mein Verfahren einstellen. Kurz darauf erhielt ich ein Schreiben des Veterinäramtes, dass ich "umgehend den Nachweis für den Verkauf" erbringen soll. Hierauf erwiderte ich, dass ich bitte, mir "...umgehend mitzuteilen, auf welche gesetzliche Grundlage sich ihre Forderung nach einem „Verkaufsbeweis“ bezieht. Laut TSchG sehe ich nur eine Verpflichtung der Tiermeldung bei Neuanschaffung. Natürlich könnte mir nun auch blühen, dass meine Privaträume mit Polizeihilfe vom Amtstierarzt wie bei einem Schwerverbrecher durchsucht werden, so wie dies kürzlich in Graz vom dortigen Amtstierarzt Dr. H. praktiziert wurde...." Ziel dieses verlangten Verkaufsnachweises ist natürlich einzig, den Käufernamen zu erfahren und somit den nächsten Reptilienhalter vorkriminalisieren, kontrollieren und mit unsinnigen Auflagen die Haltung verleiden zu können! Seltsamerweise wundern sich die Amttierärzte, warum die Bereitschaft zur Tiermeldung bei der Behörde so gering ist und immer mehr in den Untergrund gehen...* Mag. Jörg Zwicker Sachverständiger f. Reptilien * dies ist keine Empfehlung! Also, liebe Reptilienhalter: LASST EUCH NICHT ENTMUTIGEN, FALLS MAN EUCH MIT SONDERBAREN BESCHEIDEN KOMMT! Wir sind auch gerne bereit, Euch in solchen Fällen zu unterstützen. Klaus Müller / reptilien.com 21. September 2010 Neue Nachzucht - Heute geschlüpft Sanzinia madagascariensis / Östliche Madagaskarboa - reinerbige grüne Tiere (die Jungtiere sind derzeit Rot gefärbt, die Umfärbung beginnt erst nach dem 1. Lebensjahr), WA I , Anhang A, die Eltertiere sind blutsfremd und 100% reinerbig. 4 Männchen und 5 Weibchen verfügbar, Abgabe erfolgt frühestens Anfang Dezember (mit Cites). Reservierung möglich, Preise auf Anfrage
22. August 2010 Artgerechte Tierhaltung Im Zuge der ORF-Sendung "Bei Tier daheim" in "Steiermark Heute" wurde folgender Beitrag über artgerechte Reptilienhaltung ausgestrahlt, welcher bei uns gedreht wurde. Am Ende des Beitrages unterlief ein redaktioneller Fehler in Bezug auf die gesetzlichen Melde- bzw. Bewilligungspflichten. Natürlich besteht für alle Reptilien weiterhin die gesetzliche Meldepflicht lt. Tierschutzgesetz (§ 25). Bewilligungspflichtig ist ausschließlich die Haltung gefährlicher Tiere lt. steirischem Landessicherheitsgesetz (§ 3c). 13. August 2010: Neue Nachzuchten Wir stellen hiermit unsere Nachzuchten von Juli / August vor: Kornnattern (Pantherophis guttatus), mehrere Farbvarianten zur Auswahl
Bartagamen (Pogona vitticeps)
Lanzenottern (Cryptelytrops purpureomaculatus X albolabris), (Abgabe erfolgt nur an erfahrene Halter, deren Gifttierhaltung lt. den gesetzlichen Vorgaben bewilligt ist)
Leopardgeckos (Eublepharis macularius), mehrere Farbvarianten zur Auswahl
Preise und nähere Informationen unter +43(0)664 / 300 91 50 oder unter office@reptilien.com 12. August 2010 Baumschnüffler (Aethulla prasina) Eigene NZ 2009/Jungtiere abzugeben.
Die Tiere stammen aus unserer langjährigen Eigenzucht (blutsfremd/reinerbig ) und sind ab sofort erhältlich. Preise und nähere Informationen unter +43(0)664 / 300 91 50 oder unter office@reptilien.com 10. August 2010 Heinz mit DINO (Varanus gouldii) - ein prächtiger Bursche (der Waran natürlich ;-) )
2. August 2010: KLARSTELLUNG! Die aktuellen Forumseinträge eines Herrn Joachim Czerny (Username:Jogi35) in diversen Internet-Plattformen (reptilienforum.at, herpetofauna.at, schlangengrube.de) veranlassen uns zur folgenden Klarstellung: Zur Information: Hier die Links zu den Forumseinträgen von Herrn Czerny alias "Jogi35": reptilienforum.at / herpetofauna.at Alle Anschuldigungen und Behauptungen entsprechen der Unwahrheit und sind schlicht und einfach gelogen. Auch wissen wir sehr wohl über die Motive bescheid, welche zu den Behauptungen von Herrn Czerny führten. Im Detail möchten wir nun folgendes festhalten: 1.) betreffend die angeblichen Anzeigen gegen unsere Kunden bzw. der von Herrn Czerny erwähnten Liste: Wir haben niemanden angezeigt! Weder unsere Kunden noch sonst irgend jemanden! Wahr ist, dass seit einem knappen Jahr eine Liste von Haltern gefährlicher Tiere innerhalb der Steiermark existiert, über die auch verschiedene Behörden- und Polizeidienststellen verfügen (und auch wir). Diese Liste (sowie die darin enthaltenen Namen und Kontaktadressen) entstand nicht durch irgendwelche Namensnennungen unsererseits, sondern beruht auf jedermann zugänglichen Daten und Informationen im Internet. Alle Daten stammen aus diversen Verkaufsplattformen (z.B. terraristik.com), wo unzählige Leute Giftschlangen anbieten, tauschen oder suchen. Ein Großteil davon auch mit Name, Adresse, Tel.-Nummer oder E-mail Adresse. Aus dieser Liste ist auch nicht zu entnehmen, ob bei jedem einzelnen eine Bewilligung zur Haltung gefährlicher Tiere (lt. steirermärkischem Landessicherheitsgesetz) vorliegt oder nicht. Das zu überprüfen ist auch nicht unsere Aufgabe, sondern die Aufgabe der verantwortlichen Behörden. Fakt ist, dass der Steiermark sowie in ganz Österreich jede Menge gefährliche Tiere illegal gehalten werden und einige der (vermutlich illegalen) Haltungen den Behörden bereits seit geraumer Zeit bekannt sind. Auch ist uns nicht bekannt, ob und was von Seiten der Behörden inzwischen unternommen wurde. 2.) In Bezug auf den Artikel in der Kronenzeitung halten wir fest: Herr Müller hat eine Kopie besagter Liste Liste am Mittwoch voriger Woche Herrn Peter Riedler von der Krone übergeben und ihn auch darauf hingewiesen, dass die Behörden bereits seit geraumer Zeit über diese Liste verfügen und somit auch über einige Gifttierhalter innerhalb der Steiermark bescheid wissen. Der Grund dafür war, um auch einmal öffentlich aufzuzeigen, dass die Behörden zwar über die derzeitige Situation der illegalen Haltung gefährlicher Tiere bescheid wissen, bis dato jedoch gar nichts oder nur sehr wenig dagegen unternommen haben. Durch Herrn Czerny's Aussagen wird nun genau das eintreten, was wir unbedingt verhindern wollten - eine Panik unter den illegalen Haltern. Viele werden sich jetzt genötigt sehen (aus Angst vor bevorstehenden Kontrollen) sich ihrer illegalen Gifttiere zu entledigen. Die Gefahr, dass auch einige darunter sind, welche ihre Tiere jetzt einfach in freier Natur aussetzen, ist durchaus gegeben. Es wird uns sicherlich nicht wundern, wenn in nächster Zeit unschuldige Personen (im schlimsten Fall Kinder) durch eine Giftschlange zu Schaden kommen. Wenn dem so ist, dann können sich die Betroffenen bei Herrn Czerny bedanken, welcher derzeit die ganze "Szene" aufscheucht. 3.) In Bezug auf die von Herrn Czerny angesprochene Auffangstation und der damit verbundenen (angeblichen) Geschäftsidee halten wir fest: Es stimmt, das eine solche vor rund 4 Jahren im Gepräch war, jedoch ist die Idee dazu nicht von uns gekommen, sondern von Seiten der Politik. Ein dementsprechendes Ansuchen wurde jedoch vom zuständigen Amtstierarzt sofort abgelehnt; seine Gründe (persönliche Motive?) für die Ablehnung sind mitlerweile allgemein bekannt. Des weiteren interessiert es uns nicht im geringsten, irgendwelche Giftschlangen zu übernehmen, welche uns definitiv nur Kosten verursachen. Diese Tiere sind für uns praktisch auch unverkäuflich. 4.) In Bezug auf die Aussage, Herr Hubmann sagt Allen, sie sollen ihre Tiere nicht melden: Genau das Gegenteil ist der Fall. Seit Einführung der Meldepflicht 2005 werden ausschließlich ALLE! ausdrücklichst von uns darauf hingewiesen! Ebenso auf die Tierhalteverordnung und etwaiger Bewilligungspflichten. Unsere Kunden haben auch keinerlei Probleme mit der Meldepflicht, da wir seit bestehen des neuen Tierschutzgesetzes nur noch Tiere in Verbindung mit gesetzeskonformen Terrarien verkaufen. Wir füllen die Tiermeldungen für unsere Kunden sogar automatisch aus. Der Großteil der bei den Vet-Ämtern aufliegenden Meldungen stammt von unseren Kunden. Das Grazer Vet.-Amt lies kürzlich verlauten, dass in Graz 120 Tiere gemeldet sind, was durchaus stimmen mag. Wobei der Großteil (rund 100 Tiere) auf Meldungen unserer Kunden zurückzuführen ist. Wir fragen uns jedoch, wo all die anderen Tiere, welche tag-täglich von Privaten oder im Zoofachhandel verkauft werden, abgeblieben sind. Wir können jeder Zeit belegen, dass der Großteil der in der Steiermark gemeldeten Reptilien auf Meldungen unserer Kunden zurückzuführen ist - eben deshalb, weil wir sie aufklären! Auch wir sind mit der derzeitigen gesetzlichen Lage in Bezug auf die Reptilienhaltung nicht glücklich, aber die Gesetzt sind nun mal vorhanden und jeder hat sich daran zu halten und seine Pflichten zu erfüllen. Wenn jemand jedoch meint, es ist richtig, gefährliche Tiere illegal zu halten, dann darf er sich auch nicht darüber beschweren, wenn er plötzlich mit Kontrollen konfrontiert wird. Es ist höchste Zeit, dass die Behörden etwas gegen die illegale Haltung sowie denn illegalen Handel mit gefährlichen Tieren unternehmen. Vor allem deshalb, da das Gefahrenpotential immer größer wird. Zum Abschluß möchten wir noch einige persönliche Wort an Herrn Czerny richten: Sehr geehrter Herr Czerny, lieber Joachim! Bevor du dass nächste mal so einen Schwachsinn von Dir gibst, würden wir uns freuen, wenn Du endlich mal deinen Schulden bei uns begleichen würdest. Des weiteren wäre es auch für Dich an der Zeit, deine, seit mehreren Jahren bestehende NICHT BEWILLIGTE und somit illegale Giftschlangenhaltung zu legalisieren (Das wir und auch jene, welche Dich genauer kennen, dich nicht für befähigt halten, Giftschlangen zu halten und dadurch auch ein großes Gefahrenpotential gegeben ist, ist ein anderes Kapitel) reptilien.com 29. Juli 2010 WOHIN SOLL DAS NOCH FÜHREN? IN GRAZ ENTWICHENE BOA STELLTE DIE BEHÖRDEN VOR UNLÖSBARE AUFGABEN! (Artikel verfasst von Klaus Müller)
Zunächst die gute Nachricht: das Tier ist wieder aufgetaucht - und zwar genau an dem Ort auf den ich die Einsatzkräfte sowie alle Journalisten und Kamerateams in den letzten 4 Tagen ständig hingewiesen habe: In der Wohnung des Halters! Wieso ich ein Entweichen des Tieres von Beginn an in Frage stellte, wird im nachfolgenden Bericht erwähnt. Nun zum negativen Teil der Geschichte: Es ist genau das eingetreten, wovor wir seit Jahren warnen: Die Behörden samt ihren selbsternannten Experten und Sachverständigen waren nicht in der Lage, die (angeblich) entwichene Boa zu finden. Nicht nur die dilletantische Vorgehensweise der Verantwortlichen macht dabei Angst, sondern der Umstand, dass, sollte einmal eine wirklich gefährliche Giftschlange entweichen, man der Situation ziemlich hilflos gegenübersteht! Der Gründe, wieso nicht wir, welche unter der Leitung von Heinz Hubmann den seit Jahrzehnten erfolgreich agierenden Reptiliennotdienst betreiben, zur Suche nach dem Tier hinzugezogen wurden, sind vielfältig. Einerseits liegt es am "Finanziellen", andererseits daran, dass die zuständigen Leute in Graz (Amts-Veterinäre) anscheinend ein persönliches Problem mit uns haben. Nun, liebe Verantwortliche der Stadt Graz: Persönliche Dinge haben in einer solchen Situation absolut nichts verloren! Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung sich 4 Tage lang einer Bedrohung ausgesetzt sieht oder durch unnötige, völlig übertriebene Suchaktionen Steuergelder verschwendet werden, nur weil weil ein paar Herren im Vet-Amt oder bei der Grazer Feuerwehr / Tierrettung meinen, selber Herr der Lage zu sein bzw. aus perönlichen Motiven Abstand von uns nehmen HIER GEHT ES UM DIE SICHERHEIT!!! Hr. Hubmann hat in den letzten Jahren ständig die verantwortlichen Politiker und Beamten darauf hingewiesen, dass weder die Leute vom Vet-Amt (samt selbsternannten Sachverständigen) noch die Feuerwehr oder andere behördliche Stellen in der Lage sind, entwichene Tiere rasch aufzufinden bzw. ohne viel Aufsehen Herr der Situation zu werden. Der nunmehrige Fall hat dies auch eindrucksvoll belegt. Der gegenständliche Fall zeigt deutlich, dass die Behörden keinerlei Ahnung von den Tieren und deren instinktiven Verhaltensmuster haben. Deshalb war und ist die Suche nach dem Tier solange erfolglos geblieben. Wir haben über 20 Jahre lang (auf eigene Kosten) für die Sicherheit in diesem Bereich gesorgt. Dutzende Male wurden von uns entwichene (fremdländische) Tiere, darunter auch einige höchst gefährliche Giftschlangen, erfolgreich und in kürzester Zeit wieder gesichert und eingefangen. Wir waren noch NIE erfolglos!!! Nur ein einziges mal hatte die Suche länger als 2 Stunden gedauert. Alle diese Einsätze liefen ohne viel Aufwand und vor allem ohne mediale Panikmache über die Bühne. Seit dem Jahre 2005 war es uns jedoch nicht mehr möglich, die Kosten für die (jährlich zunehmenden) Einsätze selbst zu tragen (rund 500 - 600 Einsätze pro Jahr - alle dokumentiert!) Unsere Bitte um finanzielle Unterstützung bzw. Abgeltung unserer Aufwände, blieb bis heute erfolglos. Ebenso der zivilrechtliche Weg. Wir (der Reptiliennotdienst) stehen nach wie vor zur Verfügung, jedoch nur mehr gegen finanzielle Aufwandsentschädigung bzw. bei offizieller Einsatzaufforderung durch die zuständigen Behörden. Dazu sei gesagt, dass wir nicht an den Einsätzen verdienen möchten, sondern lediglich das gesetzlich geregelte Kilometergeld sowie den tatsächlichen zeitlichen Aufwand (€ 60.--/Std.) in Rechnung stellen. Und die Verrechnung erfolgt nicht nach angebrochenen vollen Stunden, sondern nach 1/4-Stunden. Somit würden für einen 45 Minuten dauernden Einsatz lediglich € 45.- von uns in Rechnung gestellt! Um 9:45 erfuhr ich von ATV-Plus, dass die Suche gestartet wird und um ca.11:00 Uhr beginnt. Von Seiten der Polizei ist kein Anruf mehr gekommen. Zunächst war es mir auch egal, was dort abläuft, aber dann hab ich mich doch entschlossen, auch an den Einsatzort zu kommen. Nicht um mich an der Suche zu beteiligen, sonder einfach um zu sehen, wie sie abläuft. Um es, kurz und einfach auszudrücken: es war dilletantisch! Vor Ort erfuhr ich, dass die Boa durch eine gekippte Balkontür entkommen sein sollte, was ich sofort ausschloß. Gekippte Fenster oder Türen "laden" Schlangen zwar dazu ein, zu entweichen, im Normalfall stellen Sie jedoch eine Falle für das Tier dar. Wir mußten bei unseren Einsätzen bereits mehrmals Schlangen aus gekippten Fenstern befreien - (siehe Zeitungsbericht) Deshalb war es für mich auch logisch, dass das Tier sich noch in der Wohnung befinden muß. Meine Meinung äußerte ich auch gegenüber mehreren Journalisten und Kammerateams und wies auch die Polizei darauf hin, die Wohnung genauestens zu untersuchen. "Wir haben die Wohnung bereits gründlich auf den Kopf gestellt" war die Antwort. Wie gründlich hat man jetzt gesehen als das Tier nach 4 Tagen in der Küche wieder zum Vorschein kam..... Wir fragen uns nun, was in Zukunft passiert, wenn die Verantwortlichen weiterhin so agieren. Wie wird man reagieren, wenn wieder einmal eine Giftschlange entweicht? Was geschied mit den rund 600 illegalen Haltungen gefährlicher Tiere innerhalb der Steiermark? Wieso wird von den Behörden nichts gegen diese Halter unternommen, obwohl ihnen viele bereits seit geraumer Zeit bekannt sind? Und unseren Politikern möchten wir noch folgendes ans Herz legen: Es ist mit Sicherheit nicht zielführend nun sofort ein generelles Haltungsverbot anzukündigen oder zu fordern. Das ein solches nicht funktioniert belegt die Situation in Wien. Dort herrscht seit Jahren ein generelles Halteverbot von gefährlichen Tieren und trotzdem nimmt die Anzahl der illegalen Gifttierhaltung ständig zu. Sinnvoller wäre es, sich einmal mit uns und unseren Lösungsvorschlägen auseinanderzusetzen und in Zukunft einen vernünftigen, gemeinsamen Weg zu gehen. Klaus Müller, auch im Namen von Heinz Hubmann, welcher sich derzeit im Ausland befindet 24. Juni 2010 ACHTUNG: Milbenmittel verursachen Probleme im Nervensystem von Schlangen! Nachdem sich allein im heurigen Jahr bereits 11 Schlangenhalter mit ein und den selben Symtomen an ihren Tieren hilfesuchend an uns wandten, möchten wir an dieser Stelle vor dem Einsatz von bestimmten Mitteln zur Bekämpfung von Blutmilben warnen! Als die ersten Tiere mit "sonderbaren" Symtomen und Verhaltensweisen bereits im Vorjahr zu uns gebracht wurden, konnten wir uns zunächst die Ursache nicht erklären. Alle Schlangen zeigten, um es einfach zu beschreiben, mehr oder wenig starke Desorientierung bzw. sonderbare "Bewegungsabläufe". Die Tiere hatten jedoch augenscheinlich keine Verletzungen noch sonst irgendwelche optisch erkennbaren Beeinträchtigungen. Auch die parasitologischen Befunde der Kotproben brachten kein Ergebnis, welches dieses Problem versusachen könnte. Beschreibung der Symtome: Alle Tiere lassen unübliche Verhaltensmuster erkennen, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sind: Leichte bis starke Schiefhaltung des Kopfes, leichte bis starke Seitenlage des Körpers, häufiges oder ständiges "Danebenbeißen" beim Beutefang. Einige drehen sich zeitweilig auch auf den Rücken und bleiben oft Stundenlang so liegen, was für Schlangen absolut untypisch ist. Bei 5 Tieren (alles Königspytons) ist auch ein häufiges ruckartiges Heben und Senken des Kopfes erkennbar. Da alle diese Tiere von unterschiedlichen Haltern aus Österreich und Deutschland stammen und auch unterschiedliche Bezugsqellen der Tiere genannt wurden, machten wir uns auf die Suche nach einem "Gemeinsamen Nenner", um die Ursache der sonderbaren Verhaltensweisen zu ergründen und siehe da: Außnahmslos ALLE Tiere wurden zumindest innerhalb der letzten 3 Jahre gegen Blutmilben behandelt. Und bei den genannten Milbenmitteln handelt es sich um 2 , in der Terraristik seit einiger Zeit sehr häufig verwendeten, Präparate, welche als Basis die gleichen Wirkstoffe/Inhaltsstoffe beinhalten. Inzwischen wurde uns von der Universität Atlanta/USA bestättigt, dass der in den Präparaten vorkommende Wirkstoff in der Lage ist, Nervenzellen im zentralen Rückenmark der Reptilien zu blockieren, was durchaus Auslöser für dieses seltsame Verhalten sein kann. Der Wirkstoff kann auch bei Menschen sowie allen Säugetieren zu kurzzeitigen Blockaden von Nervenbahnen führen, baut sich im warmblütigen Kreislauf/Stoffwechsel jedoch sehr rasch und ohne Folgeschäden ab. Bei wechselwarmen Tieren (Reptilien, Amphibien), dauert der Abbau des Wirkstoffes (und somit auch die Blockade) wesentlich länger. Bei einer Aufnahme einer ungewöhnlich hohen Dosis, kann es mehrere Jahre dauern, bis der Wirkstoff restlos abgebaut wird, was für viele Reptilienarten wegen ihrer relativ kurzen Lebensdauer bedeutet, dass sie gar nicht so alt werden, um den Abbau des Wirkstoffes zu erleben. Die Tatsache, dass die Tiere, mit welchen wir konfrontiert sind, alle eine langsame aber stetige Verschlechterung ihres Zustands in Bezug auf die Desorientierung zeigen, und es einigen deshalb nicht mehr möglich ist, Beute zu machen oder zu verschlingen, zwing die jeweiligen Halter dazu, ihre Tiere nun stopfen bzw. Zwangsernähren zu müßen. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen hier an dieser Stelle die in Verdacht stehenden Milbenmittel namentlich noch nicht nennen. Es ist jedoch bereits aufgrund unserer Vermutung und praktischen Erkenntnissen eine wissenschaftliche Untersuchung im Gange, welche wir noch abwarten möchten. (An dieser Stelle unser Dank an Dr. Thomas von der Universität Atlanta). Wir raten zwischenzeitlich von einer Bekämpfung von Blutmilben mit derzeit handelsüblichen Mitteln ab! Das einzige brauchbare Mittel, welches (in richtiger Anwendung) zuverlässig gegen Blutmilben wirkt und auch den Reptilien am wenigsten schadet, ist nach wie vor NEGUVON. Und das allerbeste zur Vermeidung von Milbenproblemen ist, sich die Tiere und deren bisherige Haltung vor dem Erwerb genau anzusehen. Sobald der geringste Verdacht auf Blutmilbenbefall besteht (z.B. Schlangen, die in ihrer Wasserschüssel liegen) lieber die Hände von dem Tier lassen. 22. Juni 2010 Freisetzaktionen Herbst 2010 - Schulstunden in der Natur Das Herpetologische Zentrum veranstaltet auch 2010 wieder mehrere Freisetzaktionen mit Schulklassen! Im Rahmen einer "Schulstunde in der Natur" werden dabei unsere heimischen Nattern, welche vom Reptiliennotdienst übernommen oder umgesiedelt werden, wieder in geeignete Lebensräume zurückgeführt. Wir bieten allen steirischen Schüler und Lehrer die Möglichkeit, an einer dieser "Schulstunden in der Natur" teilzunehmen. Einige Bilder von bereits erfolgten Freisetzaktionen der letzten Jahre finden sie HIER
Schling- oder auch Glattnatter (Coronella austriaca) - 21. Juni 2010 Wieder unnötige Panikmache durch falsche Medieninformationen! Am Sonntag, 20. Juni 2010, wurden in einem Artikel der Steiermarkausgabe der Kronenzeitung leider wieder einmal falsche Informationen bezüglich der (in Kärnten beheimateten) Horn- oder auch Sandviper (Vipera ammodytes) verbreitet, was dazu führte, dass wir wieder etliche Anrufe von besorgten Personen aus allen Teilen der Steiermark und auch dem Burgenland erhielten, welche sich plötzlich durch Hornvipern bedroht fühlten: Hier der Artikel:
Sehr geehrter Herr Mark Perry! Bezgl. Ihres Artikels vom Sonntag "Schlangenjäger selbst Gejagte" freuen wir uns natürlich sehr, dass nun endlich auch Schlangen zu schützenswerten Tieren, der von der Krone unterstützten Kampagne "Vielfalt Leben, gehören und die Hornviper (Vipera ammodytes gregorwallneri) sogar als Leittierart fungiert. Jedoch sollte vor Verbreitung derartiger Informationen genauer recherchiert werden, weil solche Fehlinformationen - wie in Ihrem Artikel - Panik auslösen, alle heimischen Schlangen in Gefahr bringen und daher eher kontraproduktiv sind. Bereits noch am Sonntag erreichten uns Hilferufe von Personen, die glaubten eine Hornviper entdeckt zu haben und diese - zum Schutz ihrer Kinder - sofort entfernt oder getötet haben wollten. Dank unseres Notdienst und guter Technik wie Handyfoto und e-mail, konnten die Schlangen als harmlose Ringelnatter (N. natrix) und Schlingnatter (C. austriaca) identifiziert und die Finder beruhigt und aufgeklärt werden. Auflistung der Fehler im Artikel: 1. Werden sog. Terrarianer verallgemeinert als Tierquäler hingestellt, obwohl viele sehr viel mehr für unsere Natur geleistet haben und leisten, als sog. Reptilienexperten, die Ihr Wissen geerbt haben. 2. Gibt es V. ammodytes weder in Ostösterreich noch in der Südsteiermark, bzw.stammt die letzte (nichtbestätigte) Fundmeldung aus dieser Region aus dem Jahre 1954 (Skt. Oswald bei Eibiswald). 3. Gibt es keinen, wie von Ihnen beschriebenen, Markt für V. ammodytes. Gezüchtete Tiere können bereits ab 12,- Euro erworben werden - siehe diverse Internetforen und Verkaufsplattformen 4. Ist ein "Schmuggel" über die Grenze nach Italien und Slowenien
völliger Unsinn, weil es V. ammodytes (meridionalis) in diesen Ländern
sowieso gibt. Vor allem haben diese Tiere in diesen Ländern ein größeres
Verbreitungsgebiet und sind dort noch häufiger anzutreffen und v.a.
schöner (bunter). Außerdem sind Tiere dieser (südlichen) Art leichter zu
Pflegen.
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