Trichterspinnen (Agelenidae)
Allgemeine Beschreibung

Trichterspinnen bauen - wie der Name schon sagt - Trichternetze, die auch eine beträchtliche Größer ereichen können. Enstprechend deutlich sind auch ihre Spinnwarzen ausgebildet. Die Spinne sitzt entweder in der Mitte des Netzes oder in ihrem Trichter, der zumeist auch einen "Hinterausgang" hat.
Weitere Merkmale sind die langen und flinken Beine, relativ große Kieferklauen, 8 Augen in zwei Reihen.
23 der rund 1000 Arten kommen bei uns in Mitteleuropa vor.




Die Winkelspinne ( Tegenaria spec. )

In Mitteleuropa sind 7 Arten bekannt, die aufgrund der Rückenzeichnung unterschieden werden. 4 Arten (T. atrica, T. parietina, T. ferruginea, T. domestica) leben hauptsächlich in Häusern. Die langen Beine sind fein behaart und bestachelt, die Grundfärbung ist braun bis dunkelbraun.

Winkelspinnen bauen große Netze mit dichtem Gewebe, vorwiegend in Ecken von Keller und Wohnräumen. Die vorwiegend nachtaktiven Spinnen kommen so gut wie in jedem Haushalt vor und werden auch als "Hausspinnen" bezeichnet. Sie erzeugen ob ihrer Größe meist große Panik, wenngleich sie für den Menschen völlig harmlos sind.  Tegenaria-Arten sind ganzjährig aktiv und erreichen ein relativ hohes Alter von bis zu 8 Jahren.

Weitere Bilder der Winkelspinne




Die Labyrinthspinne ( Agelena labyrinthica )

Labyrinthspinnen haben eine schwarz-graue Zeichnung, lange Beine, ein helles Mittelband und helle Seitenbänder, der Hinterleib ist dunkel und weist ein Mittelband auf, von dem aus schmale Schrägstreifen zum Rand ziehen.

Sie bauen große flächige Gewebedecken, die in einer trichterförmigen Wohnröhre (mit Hinterausgang) enden. Von der Gewebedecke gehen in alle Richtungen Fangfäden aus, welche anfliegende Insekten in deren Flug stören und so ins Netz fallen lassen. Die Spinne eilt blitzschnell heran, beißt das Opfer und zieht sich auch schnell wieder in ihre Wohnröhre zurück, wo es auf die eintretende Lähmung des Insekts wartet. Der Kokon dieser Art, welcher bis zu 130 Eier in sich birgt, wird in größerer Höhe angelegt und mit Pflanzen und Bodenstreu zusätzlich getarnt.

Diese Spinnen kennen wir v.a. aus dem Herbst, wenn Tautropfen ihre Netze auf den Sträuchern sichtbar machen.

Weitere Bilder der Labyrinthspinne



Die Wasserspinne ( Argyroneta aquatica )

Wasserspinnen gehören ebenfalls zu den Trichterspinnen. Die Männchen und Weibchen von Argyroneta aquatica ähneln sich sehr, untypisch sind sogar die Männchen manchmal größer als die Weibchen.

Diese interessanten Spinnen leben zeitlebens im Wasser, in welchem sie in einer "Luftglocke" den zum Leben wichtigen Sauerstoff "sammelt". Hierzu webt sie unterwasser ein dichtes Deckennetz und holt von der Wasseroberfläche Luft. Dies passiert, indem sie den Hinterteil zunächst aus dem Wasser hebt und danach blitzschnell wieder ins Wasser taucht, wodurch eine Luftblase an ihrem Hinterleib haften bleibt. Unter Wasser hat die Spinne ein glänzendes silbriges Aussehen, weil unzählige kleine Luftblasen in der feinen Behaarung hängen bleiben. In dieser angelegten Luftglocke wird auch die Beute (Kleinkrebse, Insektenlarven, kleine Fische) gefressen, die Paarung vollzogen, der Kokon angelegt, gehäutet und überwintert.

Der Biss der Wasserspinne ist einer der wenigen der einheimischen Arten, der auch für den Menschen schmerzhaft sein kann und unangenehme Begleiterscheinungen nach sich ziehen kann.

Weitere Bilder der Wasserspinne

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