Äskulapnatter
- Steiermarks größte Schlange
Kopf einer ca. 6 Jahre alten
Äskulapnatter. Auch hier deutlich zu erkennen: Runde Pupillen
welche ein eindeutiges Merkmal aller heimischen Nattern sind.
Hinweis:
Kreuz- u. Höllenottern haben geschlitzte Pupillen!
Kopf einer jungen Äskulapnatter - gut zu erkennen
sind die beiden Nackenflecken die nur die Jungtiere besitzen. Deshalb
werden sie immer wieder mit der Ringelnatter verwechselt. Bei adulten
Tieren gehen die Nackenflecken wieder verloren oder sind nur schwach zu
erkennen.
Junge Äskulapnatter - auf den ersten Blick leicht
mit der Ringelnatter zu verwechseln
Erwachsene Äskulapnatter - Keine Ähnlichkeit
zur Ringelnatter mehr erkennbar.
Unterseite (Bauch) einer Äskulapnatter - sie ist
vorwiegend gelblich gefärbt.
Maul einer Äskulapnatter - schön zu sehen sind
die beiden
Zahnreihen sowie die Luftröhrenöffnung
Auch hier sind die Zähne deutlich zu erkennen. Sie
dienen ausschließlich dem Festhalten der Nahrung und können
beim Menschen aufgrund ihrer geringen Größe niemals nennenswerte Verletzungen
verursachen. |
| Deutscher
Name: |
Äskulapnatter
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Lateinischer
Name:
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Zamenis longissimus (vormals
Elaphe
longissima)
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Vorkommen
/ Verbreitung:
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Inselförmige Regionen
innerhalb der gesamten Steiermark bis in eine Seehöhe von rund
1500 m. Die
Äskulapnatter ist mit Abstand die größte unserer
heimischen Schlangen und gilt, zusammen mit der Schling- oder auch
Glattnatter, als Landschlange. Man trifft sie vorwiegend an
sonnenreichen Hanglagen mit ausgedehnten Wiesenflächen.
Die Populationen sind innerhalb der Steiermark sehr unterschiedlich,
vor allem "inselförmig" angelegt. So ist z.B. der nördliche
Teil von Graz und Graz Umgebung eine typische "Äskulap-Region".
Die Äskulapnatter hat im Gegensatz zu den anderen heimischen
Nattern einen recht großen Aktionsradius. Vor allem in warmen
Sommernächten kommt es zu kilometerlangen Wanderungen, wobei sie
jedoch immer wieder
zu ihren angestammten Plätzen zurückkehrt.
Die Äskulapnatter ist in den letzten Jahren verstärkt zum
Kulturfolger geworden. Immer öfter werden die Tiere in
Siedlungsgebieten gesichtet und dringen mitunter auch in die
Wohnräume des Menschen vor.
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Erreichbare
Größe:
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Mit einer Körperlänge von knapp über 200 cm und
einem Rumpfdurchmesser von bis zu 5 cm ist die Äskulapnatter die
größte, in der Steiermark heimische, Schlange. Immer wieder
erreichen uns auch
Meldungen über noch größere Tiere (250 cm - 300 cm) die
wir hier aber nicht bestätigen wollen, da es sich dabei immer nur
um Sichtungen und damit verbundene Schätzungen handelt. Definitiv
bestätigen können wir eine Körperlänge von 205 cm.
Ein größeres Tier ist uns selbst bisher nicht untergekommen.
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Erreichbares
Alter:
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Die maximale Lebenserwartung einer
Äskulapnatter in freier Natur bewegt sich zwischen 18 - 21 Jahre.
Vorraussetzung ist ein optimaler Lebensraum und ein ausreichendes
Nahrungsangebot. Die meisten Tiere überleben, wie auch alle
anderen Jungschlangen, die ersten
3 Jahre nicht, da sie zum Nahrungsspektrum von Vögel und anderer
Fressfeinde gehören. Mit zunehmender Größe wird jedoch
die Bedrohung des Gefressenwerdens immer geringer. |
| Nahrung: |
Vorwiegend Mäuse,
kleine Ratten und Vögel. Als willkommene Abwechslung stehen auch
Vogeleier auf dem Speiseplan. Die erbeutete Nahrung wird entweder
sofort lebend und im Ganzen verschlungen oder, vor allem bei
größeren Beutetieren, zuerst erwürgt und erst dann
verzerrt. |
Aktivität:
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Die Aktivität der
Äskulapnatter ist, wie bei allen anderen Schlangen, witterungs-
und temperaturabhängig. Grundsätzlich muss man sie sowohl als
Tag- als auch Nachtaktiv einstufen. Im Frühjahr und
Spätsommer, wenn die Nächte kühler sind, trifft man sie
fast nur tagsüber an warmen sonnigen Plätzen an. Im
Hochsommer jedoch nutzt sie vermehrt die warmen Nächte, um
ausgibige Wanderungen zu unternehmen. Sie legt dabei, für
Schlangen relativ enorme Strecken zurück. Da Schlangen aufgrund
ihres langsamen Stoffwechsels rasch ermüden, ist diese Leistung
umso Bewundernswerter. |
Winterruhe:
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Von ca. Mitte / Ende Oktober bis
Ende März / Anfang April bei einer Temperatur von 5 - 8 Grad. |
Fortpflanzung / Paarung:
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Die Paarung erfolgt nach der
Winterruhe in den Frühlingsmonaten je nach Witterung zwischen
April und Mai. Die Eiablage erfolgt rund 2 Monate später an
Plätzen wo durch organische Zerfallsprozesse ausreichend
Wärme für die Brut erzeugt wird. Das sind im Normalfall
Laub-, Kompost-, Kuh- und Pferdemisthaufen sowie Stroh- und Heuballen.
Es kommt jedoch, vor allem in Siedlungsgebieten, immer wieder zu
Eiablagen innerhalb von Gebäuden. Dabei nutzen die Tiere warme
Lüftungsschächte, Wintergärten, Glashäuser oder
warme Kellerräume die über eine ausreichende, konstante
Temperatur verfügen.
Der Schlupf der Jungtiere erfolgt rund 2 Monate nach der Eiablage, im
Normalfall von Anfang Juli bis Mitte September. Dabei kann es
immer wieder vorkommen, dass zu spät geschlüpfte Jungtiere
auf
Grund der Witterung sich ohne Nahrungsaufnahme in Winterruhe begeben
und
erstmals im darauffolgenden Frühjahr erstmals Nahrung aufnehmen. |
Verhaltensmerkmale bei einer
Bedrohung:
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Die Äskulapnatter geht, wie
alle heimischen Schlangen, dem Menschen grundsätzlich aus dem Weg,
wobei ihre Fluchtdistanz sehr gering ist. So lässt sie den
Menschen mitunter schon mal auf 2 - 3 m heran, bevor sie sich
davonschlängert. Im Gegensatz zur Ringelnatter, sucht sie ihr Heil
während der Flucht nicht immer unter der nächstbesten Wurzel,
unter Steinen oder in Erdhöhlen, sonder kriecht der Bedrohung so
weit wie möglich davon.
Bei einer direkten Bedrohung versucht sie sich mit Abwehrbissen zu
retten, wobei der Biss für den Menschen harmlos ist. Bei Bissen
von größeren Tieren kann es jedoch zu leichten Blutungen an
der Bißstelle kommen, die für den Menschen immer ohne Folgen
bleiben.
Gegenüber ihren Fressfeinden verteidigt sich die
Äskulapnatter ebenso ausschließlich mit Abwehrbissen. Ein
"Totstellen" oder "Entgegenspeien" ihrer Nahrung, wie es von der
Ringelnatter bekannt ist, ist uns als Abwehrreaktion nicht bekannt. |
Sonstiges / Nennenswertes:
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So wie bei allen Schlangen, gibt
es auch
bei der Äskulapnatter regionale Unterschiede was ihre Farbe und
Zeichnung
betrifft. Ihre Farbe kann von gelblich, gelblich-braun, braun,
olivgrün,
graubraun und grünbraun bis zu schwarz variieren. Ebenso kann ihr
Schuppenkleid
stark, wenig oder gar nicht gesprenkelt sein. Die Unterseite (Bauch)
ist
jedoch vorwiegend gelblich bis fahlgelb gefärbt.
Frisch geschlüpfte Äskulapnattern und Jungtiere können
sehr leicht mit der Ringelnatter verwechselt werden, da auch sie die
für die Ringelnatter typischen Nackenflecken besitzen (siehe Foto
nebenan).
Die Äskulapnatter ist übrigens das Symbol der Ärzte und
Apotheker (Äskulapstab) |
Schutzstatus:
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Äskulapnattern stehen, so wie
alle heimischen Schlangen, unter strengstem Schutz. Die Tiere
dürfen nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet
werden. Ebenso ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen
verboten.
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