Die Würfelnatter
Die Würfelnatter - ihr Bestand in der Steiermark hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen.

Kopf einer ca. 10 Jahre alten Würfelnatter. Auch hier sind die  runden Pupillen schön zu erkennen.

Würfelnatter in Verteidigungsstellung. Dabei nimmt der Körper die für viele Schlangen typische S-Stellung an. Ein lautes Zischen begleitet ihr Abwehrverhalten.
Deutscher Name: Würfelnatter
Lateinischer Name:
Natrix tessellata
Vorkommen / Verbreitung:
In der Steiermark, genauso wie im gesamten Bundesgebiet, ist der Bestand der Würfelnatter in den letzten 3 Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ihre bevorzugten, natürlichen Lebensräume (Aulandschaften, bewaldete Gewässer) verschwanden systematisch durch Fluss- u. Bachregulierungen, Au-Waldrodungen, Siedlungsbauten etc. Ebenso nahm über weite Strecken der Fischbestand dramatisch ab, welcher als Hauptnahrung der Würfelnatter gilt. Es gibt jedoch Hoffnung, da die Würfelnatter anscheinend in der Lage ist, auch mit anderen, für sie nicht typischen Lebenräumen, zurechtzukommen. In letzter Zeit tauchen Würfelnattern auch in Gebieten und Regionen auf, welche früher nicht zu ihren Lebenräumen zählten.
Funktionierende größere Populationen innerhalb ihrer natürlichen Biotope findet man in der Steiermark noch an der Lafnitz (Hartberg), der Raab (Weiz, Feldbach), der Sulm (Leibnitz), sowie abschnittsweise an der Kainach (Mooskirchen, Lieboch, Zwaring), dem Dultbach (Gratkorn/Gratwein) und den Mur-Auen. Ebenso im Ennstal, dem Palten-Liesingtal und an der Mürz.
Erreichbare Größe:
Die Würfelnatter erreicht eine Länge von rund 140 cm, wobei die Weibchen größer werden als die Männchen.
Erreichbares Alter:
Die Lebenserwartung einer Würfelnatter liegt bei ca.15 - 20 Jahren. Vorraussetzung ist ein optimaler Lebensraum und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Die meisten Tiere überleben, wie auch alle anderen Jungschlangen, die ersten 3 Jahre nicht, da sie zum Nahrungsspektrum von Vögel und anderer Fressfeinde gehören. Mit zunehmender Größe wird jedoch die Bedrohung des Gefressenwerdens immer geringer.
Nahrung: Vorwiegend Fische, Frösche und Kröten. Es soll auch bei den Würfelnattern immer wieder zu Kanibalismus kommen, was wir jedoch selbst nicht bestätigen können.
Aktivität:
Die Würfelnatter ist in der Steiermark, immer abhängig von Witterung und Temperatur, sowohl tag- als auch nachtaktiv.
Winterruhe:
Von ca. Ende Oktober bis Ende März.
Hinweis: Wir können definitiv bestätigen, das Würfelnattern in der Lage sind auch Außentemperaturen bis zu leichten Minusgraden über einen längeren Zeitraum zu überleben. Vermutlich sorgt ein Enzym oder die im Blut enthaltenen Stoffe dafür, dass die Wassermoleküle in den Körperzellen bei leichten Minustemperaturen nicht kristallisieren.
Fortpflanzung / Paarung:
Die Paarung erfolgt nach der Winterruhe in den Frühlingsmonaten je nach Witterung zwischen Ende März und Mai. Die Eiablage erfolgt rund 2 Monate später an Orten, wo durch organische Zerfallsprozesse genügend Wärme zum bebrüten der Eier vorhanden ist. Der Schlupf der Jungtiere erfolgt zwischen Juli und September.
Verhaltensmerkmale bei einer Bedrohung:
Die Würfelnatter geht dem Menschen grundsätzlich früh genug aus dem Weg und flüchtet dabei ins Wasser, unter die nächstbeste Wurzel oder unter einen Stein. Sie ist deshalb auch sehr schwer aufzufinden. Fühlt sie sich direkt bedroht, kauert sie sich zusammen, wobei sie eine deutliche S-Stellung einnimmt, beginnt laut zu Zischen, und beißt mitunter auch rasch zu, wobei der Biss absolut harmlos ist. Durch ihr typisches Abwehrverhalten ist sie in gewissen Regionen auch unter dem Namen "Vipernnatter" bekannt.
Sonstiges / Nennenswertes:
Würfelnattern sind im Großteil Österreichs vom Aussterben bedroht oder bereits Ausgestorben. In der Steiermark sind die Populationen gebietsweise jedoch noch stark genug, dass ein Überleben der Art aus eigener Kraft möglich sein müsste. Vorrausgesetzt, die noch wenigen, bestehenden Lebensräume werden nicht zerstört.
Schutzstatus:
Würfelnattern stehen, so wie alle heimischen Schlangen, unter strengstem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet werden. Ebenso ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen verboten.
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