Ringelnatter
- die in der Steiermark am häufigsten anzutreffende
Schlange
Kopf einer ca. 3 Jahre alten Ringelnatter - die
Nackenflecken
sind vor allem bei Jungtieren sehr ausgeprägt und deutlich zu
erkennen.
Hinweis:
auch junge Äskulapnattern besitzen diese Nackenflecken und werden
somit auch immer wieder mit der Ringelnatter verwechselt)
Kopf einer ca. 8 -10 Jahre alten Ringelnatter mit
deutlich erkennbarer runder Pupille, welche ein eindeutiges Merkmal
aller heimischen Nattern ist.
Hinweis:
Kreuz- u. Höllenottern haben geschlitzte Pupillen!
Ringelnatter in Verteidigungsstellung
Bild links u. rechts
oben: Aufgeblähter Kopf einer erwachsenen
Ringelnatter bei Bedrohung, der Kopf hebt sich deutlich in Dreiecksform
vom Körper ab.
Bild rechts
unten: Bei jungen Ringelnattern ist das
"Aufblähen"
schwächer zu erkennen.
Junge Ringelnatter, die sich aufgrund einer Bedrohung in
ihrem
Aftersekret wälzt und auf den Rücken wirft, um sich tot zu
stellen
Unterseite (Bauch) einer Ringelnatter |
| Deutscher
Name: |
Ringelnatter
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Lateinischer
Name:
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Natrix natrix
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Vorkommen
/ Verbreitung:
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Ganze Steiermark, jedoch
vorwiegend nur in
den Niederungen in
unmittelbarer
Nähe von Teichen, Seen, Bächen oder Flüssen - Die
Ringelnatter zählt somit zu den heimischen "Wasserschlangen". Die
Populationen sind innerhalb der Steiermark je nach Region
unterschiedlich stark. Ihr Aktionsradius
beschränkt sich im Normalfall auf rund 300-500 m. Längere
Distanzen
legt sie nur bei Bedarf zurück (auf der Suche nach geeigneten
Eiablageplätzen oder aufgrund von mangelndem
Nahrungsangebot). |
Erreichbare
Größe:
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Ringelnattern werden im Normalfall
nicht größer als 130 cm, wobei die Größe auch
immer
vom Alter und vom Nahrungsangebot abhängig ist. Grundsätzlich
gilt für alle Schlangen: je älter die Tiere werden, desto
länger werden sie auch, da Schlangen ihr ganzes Leben lang
wachsen. Zwar wird
der Wachstumsprozess (und die damit verbundene Häufigkeit der
Häutung) mit zunehmenden Alter immer geringer, aber er stoppt nie
endgültig.
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Erreichbares
Alter:
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Die maximale Lebenserwartung einer
Ringelnatter in freier Natur bewegt sich zwischen 15 - 20 Jahre. Wobei
ein optimaler Lebensraum und ein ausreichendes Nahrungsangebot
Vorraussetzung zum erreichen dieses Alters sind. Die meisten Tiere
überleben jedoch die ersten 3 Jahre nicht, da sie zum
Nahrungsspektrum von Vögel und anderer
Fressfeinde gehören. Mit zunehmender Größe wird jedoch
die Bedrohung des Gefressenwerdens immer geringer.
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| Nahrung: |
Vorwiegend Frösche,
Kröten, Molche und Fische. Eher selten auch Mäuse, kleine
Ratten oder Jungvögel. Die erbeutete Nahrung wird lebend und im
Ganzen verschlungen. Bei Fröschen und Kröten kann es mitunter
vorkommen, dass sie sich aufblähen und sich somit gegen das
Verschlungenwerden erfolgreich wehren. Im Normalfall übersteht das
Beutetier solch einen Fressversuch ohne größere
Schäden, da die Zähne der Ringelnatter sehr klein sind und
ausschließlich dem Festhalten der Nahrung dienen. Es entstehen
dabei nur kleine, oberflächliche Wunden.
Bei den Ringelnattern kann es, wie bei den Schlingnattern, mitunter
auch zu Kannibalismus kommen. Wir können 2. Fälle von
Kaniballismus bei Ringelnattern definitiv bestätigen.
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Aktivität:
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Die Aktivität der
Ringelnatter richtet
sich grundsätzlich nach den herrschenden Temperaturen. Im
Frühjahr und Spätsommer ist sie ganztägig zu beobachten.
Im Hochsommer eher nur in den Morgen- und Abendstunden anzutreffen. Die
heissen Mittagsstunden verbringt sie in ihren kühleren Verstecken.
In sehr warmen Nächten ist sie auch während der Nachtstunden
aktiv. (Im Jahrhundert-Sommer 2003 waren Ringelnattern auf Grund der
Hohen Temperaturen und der ungewöhnlichen Trockenheit in der
Süd-, West- u. Oststeiermark fast ausschließlich Nachts
anzutreffen) |
Winterruhe:
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Von ca. Mitte Oktober / Anfang
November bis Mitte / Ende März bei einer Temperatur von 2 - 8
Grad, auf alle Fälle frostfrei. |
Fortpflanzung / Paarung:
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Die Paarung erfolgt nach der
Winterruhe in den Frühlingsmonaten je nach Witterung zwischen
April und Juni. Die Eiablage erfolgt rund 2 Monate später an
Plätzen wo durch organische Zerfallsprozesse ausreichend
Wärme für die Brut erzeugt wird. Das sind im Normalfall
Laub-, Kompost-, Kuh- und Pferdemisthaufen sowie Stroh- und Heuballen.
Es kommt jedoch, vor allem in Siedlungsgebieten, immer wieder
zu Eiablagen innerhalb von Gebäuden. Dabei nutzen die Tiere warme
Lüftungsschächte, Wintergärten, Glashäuser oder
warme
Kellerräume die über eine ausreichende, konstante Temperatur
verfügen.
Der Schlupf der Jungtiere erfolgt rund 2 Monate nach der Eiablage, im
Normalfall von Anfang Juli bis Mitte/Ende September. Dabei kann es
immer wieder vorkommen, dass zu spät geschlüpfte Jungtiere
auf Grund der Witterung sich ohne Nahrungsaufnahme in Winterruhe
begeben und erstmals im darauffolgenden Frühjahr etwas Fressen. |
Verhaltensmerkmale bei einer
Bedrohung:
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Die Ringelnatter geht dem Menschen
grundsätzlich aus dem Weg. Kommt man näher, versucht sie
sofort unter Wurzeln, Erdhöhlen, Steinen oder auch im Wasser zu
verschwinden.
Eine direkte Bedrohung veranlasst die Ringelnatter zu einem Zischen und
zum Aufblähen ihres Kopfes, der dann eine deutlich
ausgeprägte Dreiecksform annimmt (vor allen bei älteren
Tieren schön zu erkennen, bei Jungtieren ist das "Aufblähen"
noch nicht so ausgeprägt - siehe Fotos nebenan). Kommt man ihr in
dieser Situation weiterhin nahe, dann stösst sie auch zu,
lässt aber im Normalfall ihr Maul geschlossen. Es ist praktisch
ein Abwehrstoss und kein Abwehrbiss.
Ein weiteres Verhaltensmerkmal bei Bedrohung ist das "Totstellen".
Dabei sondert sie ein übelriechendes Sekret aus ihrem After ab,
windet sich darin und bleibt anschließend auf dem Rücken
liegen. Der abstoßende Geruch und ihr Verhalten in solch einer
Situation schützt sie sehr erfolgreich vor Vögel und anderen
Fressfeinden. Ein zusätzlicher Schutzmechanismus ist das
Hervorspeien ihrer Nahrung in Richtung der Bedrohung. |
Sonstiges / Nennenswertes:
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Ringelnattern sind in ganz Europa
verbreitet. Sie kommen jedoch in verschiedenen Unterarten und
Farbschattierungen
vor. Auch in der Steiermark finden sich Populationen, die regional
unterschiedlich aussehen. Die Zeichnung erstreckt sich vom
"Streifenmuster" über "Gefleckt" bis hin zu "Einfärbig"
Die Farbe kann von braun, graubraun, graublau, olivgrün, bis hin
zu schwarz oder schwarzbraun varieiren. Im Spätherbst 2004 wurde
vom Reptilien-Notdienst Steiermark sogar eine blaue! Ringelnatter
erfolgreich Überwintert und im Frühjahr 2005 wieder
freigesetzt. |
Schutzstatus:
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Ringelnattern stehen, so wie alle
heimischen Schlangen, unter strengstem Schutz. Die Tiere dürfen
nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet werden. Ebenso
ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen verboten.
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