Schlingnatter
- Steiermarks kleinste Natter. Sie wird leider immer
wieder mit der Kreuzotter verwechselt und vom Menschen als Bedrohung
angesehen.
Kopf einer ca. 3 Jahre alten
Schlingnatter. Eines ihrer typischen Merkmale sind die beiden kurzen
Streifen an der
Kopfoberseite, welche jedoch je nach Tier unterschiedlich stark
ausgeprägt
sein können.
Bild links:
Das Auge einer Schlingnatter - ihre Pupillen sind immer, wie auch bei
allen anderen heimischen Nattern, rund.
Bild rechts:
Das Auge einer Kreuzotter mit der für sie typischen, geschlitzten
Pupille.
Schlingnatter beim Sonnen
Unterseite (Bauch) einer Schlingnatter - im Normalfall
dunkelgrau gefärbt ohne Musterungen.
Bisse von Schlingnattern, als auch von allen
anderen heimischen Nattern, sind für den Menschen absolut harmlos. Die kleinen -
spitz zulaufenden Zähnchen sind nicht zum
Zerkleinern oder Zermahlen geeignet, sie sind funktionell zum
Festhalten und
weitertransport der Beute in den Schlund. |
| Deutscher
Name: |
Schlingnatter oder auch Glattnatter
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Lateinischer
Name:
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Coronella Austriaca
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Vorkommen
/ Verbreitung:
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Die Schlingnatter bewohnt
inselförmige Regionen innerhalb der gesamten Steiermark und kommt
bis in eine Seehöhe von 1600 m vor. Die Schlingnatter
gehört, zusammen mit der Äskulapnatter, zu unseren heimischen
Landschlangen. Sie bewohnt sonnige Wiesen, Felder, Waldränder aber
auch Autobahnböschungen, Steinbrüche, Flussufer und sogar
Müllhalden.
Die Populationen sind innerhalb der Steiermark sehr unterschiedlich
und, gleich wie bei der Äskulapnatter, "inselförmig"
angelegt. So gilt z.B. der südliche und südwestliche Raum von
Graz-Umgebung, das Gebiet um Stainz und Deutschlandsberg, Gleisdorf
oder der Raum Hartberg als typische Schlingnattern-Region. Im Grazer
Stadtgebiet kommen entlang der Mur keine
Schlingnattern vor. Obwohl die Schlingnatter die gleichen Anforderungen
an die Lebensbedingungen hat wie die Äskulapnatter,
kommen beide gemeinsam nicht in den selben Regionen vor. Uns sind
jedenfalls
keine Gebiete innerhalb der Steiermark bekannt, wo beide Arten
gemeinsam
in größeren Populationen auftreten. Wieso das so ist, ist
bisher
noch nicht erforscht.
Die Schlingnatter hat, im Gegensatz zur Äskulapnatter, einen
relativ kleinen Aktionsradius von rund 500 m. |
Erreichbare
Größe:
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Die Schlingnatter erreicht eine
Körperlänge von knapp 100 cm und ist damit die kleinste Natter
der Steiermark. |
Erreichbares
Alter:
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Die maximale Lebenserwartung einer
Schlingnatter bewegt sich zwischen 12 - 15 Jahre. Vorraussetzung ist
ein optimaler Lebensraum und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Die
meisten Tiere überleben, wie auch alle anderen Jungschlangen, die
ersten 3 Jahre nicht, da sie
zum Nahrungsspektrum von Vögel und anderer Fressfeinde
gehören. Mit zunehmender Größe wird jedoch die
Bedrohung des Gefressenwerdens immer geringer. |
| Nahrung: |
Vorwiegend Blindschleichen,
Eidechsen und kleine Mäuse. Es kommt bei den
Schlingnattern aber auch zu Kanibalismus. Immer wieder werden Jungtiere
von ihren Artgenossen gefressen. Uns ist es im Frühjahr 2005
geglückt,
diesen Kanibalismus unter den Schlingnattern mittels Video zu
dokumentieren.
Einen kurzen Ausschnitt davon gibt es hier
zum downloaden. (2 MB) |
Aktivität:
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Die Schlingnatter ist
grundsätzlich tagaktiv. Mann kann sie an warmen Tagen zu jeder
Tageszeit an sonnigen Plätzen antreffen. |
Winterruhe:
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Witterungsbedingt von ca. Mitte /
Ende Oktober bis Ende März / Anfang April. |
Fortpflanzung / Paarung:
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Die Paarung erfolgt nach der
Winterruhe in den Frühlingsmonaten je nach Witterung zwischen
April und Mai. Die Schlingnatter gilt grundsätzlich als ovipar (eierlegend). Das gilt jedoch
nur für Populationen in den Niederungen. In den kühleren
Höhenlagen weisen sie ovovivipares (lebendgebärend) Verhalten
auf. Der Schlupf der Jungen erfolgt in den Niederungen im Normalfall
zwischen Mitte u. Ende Juli. In den Höhenlagen kann sich der
Zeitpunkt des Schlupfs bis Septemper nach hinten verschieben. |
Verhaltensmerkmale bei einer
Bedrohung:
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Die Schlingnatter geht dem
Menschen nicht
immer gleich aus dem Weg. Vor allem beim Sonnenbaden kann es immert
wieder
passieren, dass sie vorerst liegenbleibt und keine Anzeichen von Flucht
zu
erkennen gibt. Fühlt sie sich direkt bedroht, beißt sie
mitunter rasch zu, wobei der Biss absolut harmlos ist und nur gering
sichtbare Spuren hinterläßt. |
Sonstiges / Nennenswertes:
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Schlingnattern werden leider immer
wieder mit der Kreuzotter verwechselt,
was auf ihre Farbe und der mitunter deutlich ausgeprägten
Rückenzeichnung zurückzuführen ist. Obwohl ihr
Rückenmuster sich deutlich von dem einer Kreuzotter unterscheidet,
reicht für so manchen Laien allein der Umstand, dass sie solch ein
Rückenmuster besitzt, aus, diese Tiere aus Panik zu erschlagen. |
Schutzstatus:
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Schlingnattern stehen, so wie alle
heimischen Schlangen, unter strengstem Schutz. Die Tiere dürfen
nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet werden. Ebenso
ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen verboten.
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