Die Blindschleiche
Blindschleiche - in der Steiermark weit verbreitet - zählt zu den Eidechsen und ist völlig harmlos


Der Kopf einer Blindschleiche geht ansatzlos in den Körper über. Auch hier deutlich zu sehen: runde Pupillen.

Blindschleiche beim Sonnenbaden. Sie braucht, wie alle Reptilien, die Wärme um ihren Stoffwechsel anzukurbeln und damit unter anderem die Verdauung zu fördern.
Deutscher Name: Blindschleiche
Lateinischer Name:
Anguis fragilis
Vorkommen / Verbreitung:
Die Blindschleiche ist in der gesamten Steiermark verbreitet, kommt jedoch nur in den Niederungen vor. Wobei in der Untersteiermark stärkere Populationen auftreten als in der Obersteiermark. Sie zählt zu den Eidechsen und ist somit KEINE Schlange. Die Blindschleiche ist, was den Lebensraum betrifft, nicht anspruchsvoll. So bewohnt sie Wälder, Wiesen, Steinbrüche, Äcker, Auen, Uferböschungen etc. Vorzugsweise unter Steinen in unseren Gärten aufzufinden
Erreichbare Größe:
Die Blindschleiche erreicht eine Körperlänge von knapp 50 cm. Auch bei ihr ist, wie bei den Schlangen, die Größe vom Alter abhängig.
Erreichbares Alter:
Die maximale Lebenserwartung einer Blindschleiche bewegt sich zwischen 10 - 12 Jahren. Jedoch nur die wenigsten Tiere erreichen dieses Alter, da sie Zeit ihres Lebens zum Nahrungsspektrum von Vögel, Schlangen und anderen Fressfeinden gehören. Auch Katzen werden immer wieder beim Fressen von Blindschleichen beobachtet.
Nahrung: Die Blindschleiche ernährt sich vorwiegend von Ameisen aber auch Insekten, Würmern und kleinen Schnecken.
Aktivität:
Blindschleichen kann man zu jeder Tages- oder Nachtzeit antreffen. Sie richten ihre Aktivität, wie alle Reptilien, nach der Witterung und der Temperatur aus.
Winterruhe:
Von ca. Mitte / Ende Oktober bis Ende März / Anfang April.
Fortpflanzung / Paarung:
Die Paarung erfolgt nach der Winterruhe in den Frühlingsmonaten je nach Witterung zwischen April und Mai. Die Blindschleiche ist lebendgebärend. Der Schlupf der Jungen erfolgt im Normalfall zwischen Anfang Juli und Ende August.
Verhaltensmerkmale bei einer Bedrohung:
Die Blindschleiche hat eine recht geringe Fluchtdistanz, was dazu führt, dass man Blindschleichen wesentlich häufiger antrifft als Schlangen. Blindschleichen zeigen auch keine erkennbaren Abwehrreaktionen und beissen auch nicht. Fühlt sie sich unmittelbar bedroht, flüchtet sie unter den nächstbesten, Stein, einer Wurzel oder in ein Erdloch. Hebt man eine Blindschleiche am Schwanzende auf, so kann es passieren, dass sie ihren Schwanz (wie viele andere Eidechsen auch) hinter der Afteröffnung selbst abtrennt. Dieser Schutzmechanismus bewahrt so manche Blindschleiche auch vor dem Gefressenwerden.
Sonstiges / Nennenswertes:
Blindschleichen werden immer wieder mit Schlangen verwechselt und vom Menschen aus Unkenntnis häufig erschlagen. Sie sind jedoch absolut harmlos und tragen als Insektenfresser einen wesentlichen Teil zur Regulierung der Natur bei.
Schutzstatus:
Blindschleichen stehen, so wie alle heimischen Reptilien, unter strengstem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gefangen, der Natur entnommen oder getötet werden. Ebenso ist das Umsiedeln der Tiere durch Privatpersonen verboten.
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