Tarantelfund
in Graz - 17.08.2006
Als eine Dame aus
Graz mit ihren beiden Töchtern von
ihrem Urlaub aus
Portugal nach Hause kam, endeckte sie in einem ihrer Koffer eine ca. 5
cm
große Spinne. Der
Versuch das Tier zu fangen schlug fehl, da es sich extrem schnell
bewegte. Somit verschloss sie den Koffer und den Raum und rief Hrn.
Hubmann vom Reptiliennotdienst zu Hilfe, der das Tier einfing.
Bei der
Spinne handelte es sich um eine Unterart der
Wolfsspinne (Lycosia spp.),
welche in Spanien u. Portugal beheimatet ist. Das Tier wurde im
Reptilienzoo Hubmann seiner Art gerecht untergebracht.
Noch am
selben
Abend besuchten einige Spinnenexperten die Spinne und nahmen sie unter
die Lupe, voran Herr
Mag. Zwicker, der sich schon seit frühester Kindheit mit
Spinnentieren beschäftigt. Er vermutete sehr schnell eine Lycosa
tarentula oder Hogna radiata.
Da das Tier
Merkmale beider Unterarten aufwies, zogen wir, um ganz sicher zu gehen,
einen Spinnenexperten aus Spanien hinzu. Schnell zu
erkennen war, dass es sich um ein Weibchen handelt,
welches kurz vor der Eiablage steht.
Von Herrn
Enrico
Savoldelli, dem wir herzlich
für die weitere Hilfe danken, konnten wir nachstehens erfahren:
Übersetzung
- sinngemäß:
Bei
dieser
Wolfsspinne, handelt es sich genauer gesagt um eine
Schwarzbäuchige
Tarantel (Hogna radiata). Das
vorliegende
Exemplar gibt aber einige Rätsel auf. Es weist an der Unterseits
des
Hinterleibs
den für Lycosa tarentula
typischen roten Schimmer
um die schwarze Bauchzeichnung auf, aber die Rückenzeichnung
des Vorderkörpers und vor allem die relative Augengröße
sind
radiata-typische
Merkmale. Deutlich sieht man, dass die hinteren Mittelaugen (die
großen
Hauptaugen) vergleichsweise kleiner sind, als die "Scheinwerfer". Vor
allem ist das Tier aufgrund der imposanten Größe von 5,2 cm
interessant. Eine hundertprozentige Bestimmung ist nur über die
mikroskopische Untersuchung der Genitalien möglich.
[lt.
span. Top-Spezialisten aus
Girona, Katalonien]
Am 24.
August
2006 hat die Tarantel einen schönen
KOKON gesponnen und ihre Eier abgeleg. Sie bekommt somit ihren
Nachwuchs in gesicherter Umgebung.
Den Kokon
trägt sie nun fürsorglich mit sich herum und
befeuchtet ihn regelmäßig, um den Spinnenbabys einen
erfolgreichen Start ins Leben zu ermöglichen.
Nachtrag
26.
Aug. 2006: Einige Anrufer und e-Mailer fragten nach dem genauen Fundort
der Tarantel, so erklärte uns die Dame:
Der
genaue
Fundort (gefunden haben wir sie eigentlich in unserem Koffer) ist
Albufeira/ Sesmarias in Portugal an der Algarve.
Weitere
Links zu diesem Thema:
http://oesterreich.orf.at/steiermark/stories/132098/