Krokodil-Suche
in Kärtner See wurde zur Lachnummer
(von Heinz Hubmann)
Es
entspricht
eigentlich nicht meiner Art mich in so etwas einzumischen, aber der
Schwachsinn in Kärnten übertrifft alles bisher dagewesene.
Die vielen Anrufe (auch aus Deutschland) und einlangenden E-Mails,
geben Anlass - zu informieren.
Die
Chronologie des Krokodil-Fangversuches in Kärnten dokumentiert
eindrucksvoll, dass die Beamten in ihrer „do it your self Manie“
unsinnige, panikverbreitende und zusätzlich steuerverschwendende
Maßnahmen setzen, die nur verdeutlichen, dass in diesem
speziellen Bereich hierzulande niemand ausreichend Erfahrung hat.
Die
daraus resultierenden Probleme helfen weder dem Tier, noch den damit
konfrontierten Menschen.
Laut
Berichterstattung soll das zunächst etwa ein Meter lange
Krokodil rund 30 - 40
kg wiegen.
Tatsächlich
bringt ein Kaiman dieser Größe bei guter Ernährung
höchstens 5- 8
kg auf die Waage.
Der teure Einsatz eines Hubschraubers
lieferte spektakuläre Bilder aus
Kärnten, doch man wunderte sich vorort, dass das Kroko bei diesem
Lärm
nicht auftauchte. Ebenso hinterfragte niemand, ob die große Menge
an
Schaulustigen und selbsternannten Experten zielführend sei.
Krokodile
werden grundsätzlich in der Nacht und da mit möglichst
wenig Aufsehen gefangen. Im Scheinwerferlicht erkennt man gut ihre
reflektierenden Augen und kann sich auch - wenn man sich ruhig
verhält
- auch sehr gut nähern.
Um den Einsatzkräften der
Feuerwehr die Furcht zu nehmen und zu zeigen,
wie man es fangen könne, wurde ihnen ein verschrecktes, eta 30cm
langes, Jungkrokodil vorgesetzt.
Krokodile sind
für den enormen Kraftzuwachs proportional zu ihrer
Körpergröße bekannt. Das "Üben" an einem kleinen
Krokodil bringt daher
absolut nichts und könnte Einsatzkräfte in falscher
Sicherheit wiegen!
Als das mittlerweile auf eineinhalb
Meter angewachsene Krokodil
angeblich unter einem Ast, auf welchem sich Schildkröten sonnten,
gesehen wurde, wurde dies umgehend als Bestätigung für die
unheimliche
Beißkraft des vermeintlichen Killers betont.
Krokodile
dieser Größe fressen in freier Wildbahn nichts anderes als
Kerbtiere, Frösche, Fische, selten kleine Warmblüter! Noch
dazu hatte
der See zu diesem Zeitpunkt eine Wassertemperatur von nur wenigen Grad
Celsius. Da Reptilien zur Verdauung Wärme benötigen,
andernfalls das
Gefressene im Magen verfaulen und somit das Tier schädigen
würde,
nehmen sie bei solchen Temperaturen erst gar keine Nahrung zu
sich! Somit wird auch die angedachte Krokofalle zum pointless
venture!
Der letztliche Einsatz einer
Wärmebildkamera machte die Geschichte
schlussendlich zur Farce.
Da es sich bei
einem Kaiman um ein poikilothermes (wechselwarmes)
Tier handelt, wird man mit einer Wärmebildkamera nicht viel sehen
können.
Das Ende, oder
den Ausstieg aus dem Dilemma finde ich einfach genial: "Schnappi" ist
ein Spielverderber oder hat ganz einfach die Schnauze voll und zieht um
in die Drau.
Die
Drau ist als Fließ - Gewässer noch um einige °C
kälter als der See! Warum sollte sich ein Kaiman das antun?
Leider kommen durch
solche provozierten Medienspektakel Reptilien
und Menschen, die sich mit diesen Tieren beschäftigen, immer
wieder
zuunrecht in Verruf! Nicht nur die Bevölkerung, sondern vor allem
die
zuständigen Behörden haben Aufklärung und Information
über diese
Tiergruppe dringend notwendig, um nicht bald wieder durch Unwissenheit
unsinnig Steuergeld für solche Schildbürgergeschichten zu
verschwenden!
MfG Heinz Hubmann
Weiterführende Links
über die Korokosuche:
Feuerwehr Villach
ORF
Kärnten