Pfeilgiftfrösche
(Autor: Fr. Dr. Nikola Helmberg)


Epipedobates tricolor Männchen mit frischgeschlüpften Kaulquappen am
Rücken. Am Blatt befinden sich noch Eireste. Die Männchen tragen die Kaulquappen zum Wasser.


Epipedobates tricolor Männchen
Der Ruf ist für die jeweilige Art sehr charakteristisch - Ruf des Männchens (download 1 MB / wav-file).


Dendrobates auratus


Dendrobates leucomelas


Dendrobates tinctorius (yellow snouts)


Dendrobates tinctorius (yellow back)


Eier von Dendrobates leucomelas
Kaulquappen beginnen sich zu entwickeln


Dendrobates leucomelas
Kaulquappen im Ei,  frühes Stadium der Entwicklung, Kiemen sind bereits deutlich sichtbar


Dendrobates leucomelas
Kaulquappen kurz vor dem Schlüpfen, Kiemen stark ausgebildet
Allgemeine Beschreibung
Pfeilgiftfrösche sind kleine, wunderschön bunt gefärbte, tagaktive Frösche, was ihre Haltung in Regenwaldterrarien sehr attraktiv macht.  Ihre Heimat ist Mittel- und Südamerika.  Die Farben dienen vor allem dazu Feinde zu warnen, denn Pfeilgiftfrösche sind wie der Name schon sagt giftig.


Zur Familie der Pfeilgiftfröschen Dendrobatidae gehören die Gattungen Allobates, Aromobates, Colostethus, Cryptophyllobates, Mannophryne, Nephelobates sowie sehr häufig in Terrarien gehaltenen Gattungen Dendrobates  (Baumsteiger), Epipedobates, Phyllobates (Blattsteiger).


Von den etwa 200 Arten sind aber nur ein paar wenige so giftig, dass sie auch Menschen gefährlich werden können.


Phyllobates terribilis (ca. 6cm groß) besitzt genügend Gift um ca.10 Menschen zu töten. Er ist damit der giftigste der Pfeilgiftfrösche.


Ihren Namen verdanken die Pfeilgiftfrösche der Tatsache, dass einige Arten von Indios zum vergiften der Pfeile benutzt werden. Die Pfeile werden in das Gift getaucht indem man sie am Rücken der Frösche (Phyllobates terribilis Myers, Daly & Malkin, 1978 -)  reibt. Die Frösche setzen ein giftiges Sekret  aus Hautdrüsen frei, wenn sie gestreßt sind. Einige Arten –(Phyllobates aurotaenia (Boulenger, 1913) und Phyllobates bicolor Duméril & Bibron, 1841-) werden dazu auch auf Holzspieße gesteckt und ans Feuer gehalten. Die Pfeile werden dann bei der Jagd mittels Blasrohr verschossen.


Im Terrarium gehalten, verlieren die Pfeilgiftfrösche ihre Giftigkeit. Das Gift wird von den Fröschen nur produziert, wenn sie bestimmte Insekten im Regenwald fressen. In Gefangenschaft gezüchtete Frösche im Terrarium sind ungiftig, da sie nur mit Fruchtfliegen, jungen Heimchen und ähnlichen Futtertieren gefüttert werden.


Die meisten Arten sind nicht allzu schwierig in der Haltung, wenn man sich mit der Zucht der notwendigen Futtertiere anfreunden kann. Da einige Arten intensive Brutpflege betreiben ist eine Nachzucht manchmal schwierig. Die Männchen von Epipedobates tricolor z.B. bewachen das Blatt mit den Eiern und bringen die geschlüpften Kaulquappen am Rücken zum Wasser.


Systematik der Pfeilgiftfrösche:
  • Reich der Tiere (Animalia)
  • Unterreich Vielzeller (Metazoa)
  • Stamm Chordatiere (Chordata)
  • Unterstamm Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Überklasse Kiefermäuler (Gnathostomata)
  • Reihe Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Klasse Amphibien (Amphibia)
  • Überfamilie Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
  • Familie Baumsteigerfrösche (Pfeilgiftfrösche), Dendrobatidae Cope, 1865

Gattung:

Dendrobates  (Baumsteiger)

  • Dendrobates leucomelas Steindachner, 1864-
  • Dendrobates tinctorius (Schneider, 1799) -
  • Dendrobates auratus (Girard, 1855)

Epipedobates

  • Epipedobates tricolor

Phyllobates (Blattsteiger)

  • Phyllobates teribilis Myers, Daly & Malkin, 1978 -
  • Phyllobates bicolor Duméril & Bibron, 1841


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