Einsätze des Reptilien-Notdienst

Die folgenden Bilder dokumentieren, mit welchen, mitunter tragischen, Fällen
wir
ständig konfrontiert werden


Giftschlangeneinsatz in Leoben

Am 19. September 2004 hatte ein 40-jähriger Mann aus Donawitz für Schlagzeilen gesorgt. Der Steirer hatte angekündigt, sich durch den Biss von Giftschlangen das Leben nehmen zu wollen. Aufgrund der Drohung des Mannes, dass er alle seine Giftschlangen in der Wohnung freigelassen habe, wurde sofort der Reptiliennotdienst angefordert. Als die Polizisten die Wohnung des Schlangenbesitzers stürmten, attackierte sie der Mann mit zwei hochgiftigen Brillenschlangen (Naja naja). Der lebensmüde Steirer konnte erst durch einen Schuss in den Oberschenkel gestoppt werden. Er wurde von einer Schlange gebissen, schwebte in Lebensgefahr und konnte nur durch ein Gegenserum gerettet werden. Die beiden hochgiftigen Kobras wurden von Hrn. Hubmann eingefangen und  versorgt.


Einsatzbesprechung
 

Der Täter wird von den Polizeibeamten gestellt


Die medizinische Erstversorgung des Täters vor Ort


Eine der beiden Kobras, die als "Waffe" gegen die Beamten herhalten musste


Heimische, streng geschützte Nattern beschlagnahmt

In Graz wurden im Frühjahr 2005 mehrere heimische Nattern und Blindschleichen auf Anordnung der Behörden beschlagnahmt, welche aus unserer Natur entnommen und illegal gehalten wurden. Darunter mehrere Äskulapnattern, Würfelnattern und Blindschleichen. Die Tiere wurden im Zuge einer Freisetz-Aktion gemeinsam mit Schülern der Volksschule Lieboch in ihre natürlichen Lebensräume zurückgeführt.


Die beschlagnahmten Äskulapnattern


"Gesammelte Werke" der Beschlagnahmung


Exotenfund in Kumberg


Einen seltenen Fund machte Herr Hauska in Kumberg - eine knapp 200 cm lange Kanariennatter (Elaphe taeniura frisee). Das Tier wurde vom Reptiliennotdienst eingefangen und ist derzeit im Reptilienzoo Hubmann untergebracht. Kurioses Detail: Herr Hauska wurde von 2 Gendarmerieposten angehalten die entdeckte Schlange in einen Wald zu bringen, obwohl er die Vermutung äußerte, dass es sich bei seinem Fund um eine fremdländische Schlange handeln könnte. Ein Lob gebührt dem Gendarmerieposten Seiersberg, der diesen Einsatz sofort an den Reptiliennotdienst weiterleitete und somit eine Faunaverfälschung verhinderte.
 

 Herr Hauska mit seinem "Findelkind"


Kanariennatter aus Kumberg - normalerweise in Asien beheimatet


Riesenschlangenfund beim Schwammerlsuchen

In Tobelbad fanden Schwammerlsucher im Wald diesen kleinen Königspython (Python regius). Am rechten Auge hatte er eine Verletzung, die vermutlich der Grund war, dass man ihn aussetzte. Gerade Riesenschlangen, welche nicht in unsere heimische Fauna gehören, werden immer häufiger in der freien Natur ausgesetzt. Das ist nicht nur ein ökologisch gefährlicher Eingriff in die heimische Fauna, sondern bedeutet für das Tier, soferne es nicht von jemanden gefunden wird, spätesten mit Beginn der kalten Jahreszeit den sicheren Tod. Auch dieses Tier wurde vom Reptiliennotdienst aufgenommen, gesundgepflegt und dannach in eine geeignete Zuchtgruppe integriert.
 

Schwammerlsucher fanden statt Pilze einen Königspython


Giftschlangenbiss in Leoben


Nach dem Biss einer Basilisk-Klapperschlange (Crotalus basiliscus) schwebte ein aus Leoben stammender Giftschlangenhalter in schwerer Lebensgefahr. Der Reptilien-Notdienst konnte das richtige Antivenin bei einem Giftschlangenexperten
(Hr. Wallner) in Kärnten besorgen und rechtzeitig für die Behandlung des Opfers ins LKH-Leoben bringen. Die Bilder zeigen die deutlich sichtbaren Folgen des Bisses. 


Die Folgen des Bisses der hochgiftigen Basilisk-Klapperschlange


Auch Monate nach dem Biss ist solch eine Verletzung noch immer nicht abgeheilt
 

Anonyme Tierabgabe

12 ! giftige Lanzenottern wurden beim Leiter des Herpetologischen Zentrums, Hr. Hubmann, im Juli  2005 auf einer Mülltonne in seinem Garten deponiert. Dabei handelte es sich um frisch geschlüpfte Jungtiere, die in gutem Zustand waren. Derzeit werden sie im Reptilienzoo Hubmann gepflegt. Die Medien berichteten ausführlich darüber.


In diesem Karton wurden die Tiere auf der Mülltonne abgestellt


Die jungen Lanzenottern - alle wohlauf


Falsch gehaltene Agame


Agamen zählen sicherlich zu den beliebteren Terrarientieren. Ihre Haltung ist, solange die richtigen Bedingungen vorherrschen, durchaus als leicht zu bezeichnen. Was jedoch passiert, wenn man die notwendigsten Ansprüche der Tiere wie z.B. ausreichende UV-Bestrahlung vernachlässigt, ist an diesem Tier deutlich zu erkennen.


Agame mit deutlich sichtbaren Langzeit-Haltungsfehlern


Folgen falscher Ernährung


Immer häufiger werden wir mit solchen Maulproblemen bei Schildkröten konfrontiert. Dieses Tier war nicht mehr in der Lage Nahrung aufzunehmen. Durch das ständige Füttern zu weicher Nahrung und dem damit verbundenen Mangel an natürlichem Abrieb des Oberschnabels, wuchs ihr Maul praktisch zu. Ein trauriges Beispiel dafür, wie wenig manche Tierhalter über artgerechte Ernährung ihrer Tiere wissen - Tendenz steigend.....


Diese Schildkröte war nicht mehr in der Lage zu fressen.


Folgen falscher Behandlung einer Schildkröte

Man sieht deutlich die Entzündungen und Eiterungen am Bein der Schildkröte, die durch drei falschgesetzte Baytril-Injektionen entstanden sind. Baytril unterstützt zwar sehr gut die Behandlung von einigen Krankheiten bei Reptilien, sollte jedoch
nur intramuskulär verabreicht werden. In diesem Fall führten die in beide Beine subcutan verabreichten Injektionen zu Nekrosen bis hin zur Auflösung der Bauchhaut. Das Tier verstarb an einer Sepsis und wurde uns bereits tot zur Ansicht gebracht.
 


Hinterbein der Schildkröte nach falscher Baytril-Behandlung


Entzündungen und Eiterungen sind deutlich zu erkennen


Chamäleon stirbt an Legenot

Legenot kann bei Reptilien durch unterschiedlichste Faktoren ausgelöst werden, meist aufgrund von Haltungsfehler. In diesem Fall war es der Umstand, dass das Tier noch sehr jung war, zusätzlich übermäßig viele Eier produzierte welche den gesamten Körper des Tieres ausfüllten und somit die Körperfunktionen des Tieres derart einschränkten, sodass es nicht mehr in der Lage war, die Eier abzusetzen. Das Tier verstarb in diesem Fall. Dem toten Tier wurden 71 (!) Eier entnommen, im Inkubator ausgebrütet und nach einigen Wochen schlüpften daraus 32 ! Jungtiere.


Totes Chamäleon - verstarb an Legenot


Das Tier wurde aufgeschnitten und die Eier vorsichtig entnommen


Insgesamt wurden 71 Eier entnommen - 32 davon wurden erfolgreich ausgebrütet


Schildkröten im "Häf'n"

Wohin es führt, wenn man Tiere nur als Ware betrachtet und sie ausschließlich aus kommerziellen Zwecken hält, ist hier deutlich zu sehen. Im Keller seines Hauses im obersteirischen Spielberg wurden von einem privaten Halter 69 Landschildkröten (Testudo hermannii) auf engstem Raum qualvoll gehalten. Die Tiere wurden allesamt illegal eingeführt und waren für den Privatverkauf gedacht. Es handelte sich dabei großteils um adulte und einige wenige subadulte Tiere, die alle Merkmale einer Naturentnahme aufwiesen. In diesem Fall wurden die Tiere vom Zoll beschlagnahmt und geeigneten Schildkrötenfreunden zugeführt.
 

Eingepfercht und ohne Nahrung - Schildkröten im "Häf'n"


Massenhaltung auf engstem Raum


Extremer Transportfehler eines deutschen Zoobesitzers

Das Herpetologische Zentrum stellte sich gemeinsam mit dem Reptilienzoo Graz für die Aufnahme von rund 100 Giftschlangen aus dem Bestand eines deutschen Reptilienzoos, der geschlossen werden musste, zur Verfügung. Trotz der von uns gestellten Bedingungen bezüglich des sicheren und artgerechten Transports der Tiere, kam es durch das Zuwiderhandeln des deutschen Zoobesitzers zu folgenschweren Ereignissen:
Es wurden wechselwarme Reptilien zusammen mit Warmblütern (Ratten) in dicht verschlossenen Styrophorbehältern versendet, was innerhalb kürzester Zeit zu Sauerstoffmangel und damit zum Verenden der Ratten führte. Zwei Kobras (Naja haje), welche, unüblicherweise zusammen in einem Stoffsack verstaut, sich auch in diesem Behälter befanden, gerieten durch den Sauerstoffmangel in solche Panik, dass eine der Kobras die andere verschlang und kurz darauf wieder hervorwürgte. Beide Tiere sind in der Folge verendet.
Auch 2 Baby-Kaimane, welche sich ebenso in diesem Behälter befanden, verendeten ebenfalls an Sauerstoffmangel.


Zuerst gefressen worden, dann erbrochen - Ägyptische Kobra


Die ebenfalls verendeten Baby-Kaimane


Diese Ratten erstickten ebenso qualvoll im Styrophorbehälter
 
Maulfäule bei Python

Ein häufiges Probleme bei Reptilien ist die Maul- oder Mundfäule (Stomatitis ulcerosa). Hervorgerufen durch falsche Haltungsbedingungen,
ausgelöst durch Bakterien, bei schlechtem Allgemeinzustand des Organismus sowie bei Infektionskrankheiten
und dadurch eingeschränktem Immunsystem, werden viele Tiere damit befallen. Wir werden nahezu täglich von Tierärzten und Terrarianern um Hilfe gebeten, die mit solchen oder ähnlichen haltungsbedingten Problemen konfrontiert werden.


Maulfäule bei Python - verursacht durch falsche Haltungsbedingungen

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