Hinweis:
Seit dem Erscheinen der oben
stehenden Fotodokumentation sind bei
einigen Besuchern dieser Seite Unklarheiten und Fragen in Bezug auf die
Sinnhaftigkeit, einen solchen Schlangenbiss hier zu
veröffentlichen,
aufgekommen. Deshalb wollen wir hierzu Stellung nehmen:
Zur
Frage oder dem Vorwurf, warum wir diese Bilder
zeigen und ob wir dadurch nicht noch mehr Ängste in der
Bevölkerung verursachen:
Das Herpetologische
Zentrums Steiermark hat es sich zur Aufgabe
gemacht, wirkliche Aufklärungsarbeit in Bezug auf
Reptilien und Terraristik zu leisten, wobei primär die
Aufklärungsarbeit über unsere heimischen Schlangen im
Vordergrund steht. Dabei stellen wir das wahre Wesen dieser Tiere sowie
deren Nutzen für die Natur in den Vordergrund. Dazu gehört
eben auch die Darstellung eines instinktiv erfolgten Bisses einer, wir
betonen nochmals, harmlosen Schlingnatter. Wir finden es wesentlich
informativer für die Bevölkerung, die Harmlosigkeit solch
eines Bisses zu verdeutlichen, als die Tiere als gefährlich
hinzustellen. Immer wieder sind im Internet Bilder von "Experten" zu
sehen, welche ausgerüstet mit Fangwerkzeugen und geschützt
durch Arbeits-
oder Schweißhandschuhe eine harmlose Natter
präsentieren. Ebenso kursieren auf vielen Seiten Beschreibungen
und Geschichten über Reptilien, die eindeutig dem Reich der Fabeln
und Märchen zuzuordnen sind.
Aus
unserer Sicht wird durch solches od. ähnliches
Vorgehen die Distanz
nur noch grösser und die (unbegründete) Angst
zusätzlich geschürt. Jeder Laie der sieht, das sogar Experten
harmlose
Nattern mit Arbeits- oder Schweißhandschuhen anfassen, ist mit
Sicherheit mehr von der Gefährlichkeit dieser Tiere
überzeugt, als wenn
er sieht, dass solch ein instinktiv erfolgter Biss harmlos ist.
Wärend
unserer Reptilien-Notdiensteinsätze, Freisetzaktionen
mit Kindern und auch in Schulungen gelingt es uns immer wieder, durch
die Demonstration der rein instinktiven Handlungsweisen der Schlangen
ein Umdenken herbeizuführen. Die Leute sehen, dass eine ernste
Verletzung durch einen Natternbiss erst gar nicht möglich ist. So
lernen selbst Menschen mit vormals ablehnender Haltung diese Tiere zu
akzeptieren, ja sogar mit dem psychologischen Aspekt des
plötzlichen "Zuschnappens" besser zurechtzukommen. Der aus unserer
Sicht einzig vernünftige Weg diese Tiere in unserer Natur zu
schützen und zu erhalten, ist es zu zeigen, wie die Tiere
wirklich reagieren und welche Folgen daraus entstehen.
Zur
Frage oder dem Vorwurf, ob dieser Biss provoziert
wurde und der Schlange dadurch Schaden zugefügt wurde:
Sowohl
Schlingnattern als auch alle anderen heimischen Nattern brauchen
keine bewusste Ermutigung um zuzubeissen. Es liegt in ihrem Wesen und
ist ein rein instinktiver, schematisch ablaufender Vorgang. Auch wurde
dieser Biss keinesfalls provoziert, sondern beruht auf Zufall
wärend der Fotosession für unser Info-Plakat über
heimische Schlangen. Da niemand von uns bei einem Biss mit einem
Wegreissen der Hand reagiert (um das Tier nicht zu verletzen), was in
Anbetracht der Schnelligkeit des Bisses sowieso sinnlos ist,
nützte der Fotograf die Situation für diese - aus unserer
Sicht durchaus nützliche Dokumentation.
Schlingnattern
sind klein und suchen ihr Heil wenn möglich in der
Flucht. Sollte dies nicht mehr möglich sein, stehen ihnen zwei
Abwehrmechanissmen zur Verfügung: 1.Passiv - das eine Kreuzotter
immitierende Zeichnungsmuster - und 2. Aktiv - das plötzliche
Zuschnappen, dass einen vermeintlichen Gegner zurückschrecken
läßt. Diese erkämpfte Zeitspanne nützten sie
für einen neuen Fluchtversuch. Sollte dieser wiederum erfolglos
sein, erfolgt der Zubiss. Sollte der "Gegner" noch immer keine
Reaktion zeigen oder sich entfernen, kann mann ihn vieleicht Fressen.
Diese angeborenen Verhaltensmuster erfordern keine enormen
Gehirnleisungen und beinhalten auch keinerlei Bösartigkeit wie
Hass oder Wut, sondern sind rein instinktiv. Auch das Einsetzen des
Schlingaktes erfolgt rein motorisch - in unserem Fall war das eben bis
zu dem Punkt, an dem die Schlange nicht mehr weiterkam. Sie gab auf
und wurde anschließend in die Natur zurückgeführt.
Zur
Frage "Was machen dann erst die großen
Schlangen, wenn die kleinen schon beissen???:
Es
handelt sich hierbei - wie glasklar ersichtlich - um
eine heimische Natter! Selbst die grösste Äskulapnatter kann
einem noch so unterernährten Kind, einem Menschen od. Haustier
(außer Maus od. ev. Ratte) nichts anhaben oder ernstlich
verletzen. Was bleibt, ist auch hierbei nur die Angst vor dem
Unbekannten. Sollte man einmal in den Tropen einer grossen Schlange
begegnen, würde diese ebenso ihrer Art entsprechend reagieren. In
ausweglosen Situationen wurden schon Menschen gebissen und zu
verschlingen versucht.
Darum
ist es am Besten, und das gilt für alle
Schlangen, sie unbehelligt Ihres Weges ziehen zu lassen!
Zur
Frage "Was sollen Menschen,
welche diese Tiere seit jeher abschätzig betrachten, damit
anfangen
- bestärkt es solche Menschen nicht in ihrer Meinung, dass diese
Tiere gefährlich sind?
Wir
können nur versuchen, solche Menschen bestmöglich zu
informieren, um ihnen ihre Angst und das Unverständnis zu nehmen.
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