SCHLINGNATTER BEISST ZU

Die darunterstehende Fotoserie zeigt den Ablauf eines Schlingnattern-Bisses. Der Biss erfolgte instinktiv während der Aufnahmen für unseren Info-Folder über heimische Schlangen. Bei dem  Tier handelt es sich um eine ca. 40 cm lange, junge, männliche Schlingnatter, die vom Reptiliennotdienst Ende August 2005 umgesiedelt wurde.

Solche Bisse sind für den Menschen absolut ungefährlich und verursachen nur selten sichtbare Spuren!


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Hinweis:
Seit dem Erscheinen der oben stehenden Fotodokumentation sind bei einigen Besuchern dieser Seite Unklarheiten und Fragen in Bezug auf die Sinnhaftigkeit, einen solchen Schlangenbiss hier zu veröffentlichen, aufgekommen. Deshalb wollen wir hierzu Stellung nehmen:

Zur Frage oder dem Vorwurf, warum wir diese Bilder zeigen und ob wir dadurch nicht noch mehr Ängste in der Bevölkerung verursachen:
Das Herpetologische Zentrums Steiermark hat es sich zur Aufgabe gemacht, wirkliche Aufklärungsarbeit in Bezug auf Reptilien und Terraristik zu leisten, wobei primär die Aufklärungsarbeit über unsere heimischen Schlangen im Vordergrund steht. Dabei stellen wir das wahre Wesen dieser Tiere sowie deren Nutzen für die Natur in den Vordergrund. Dazu gehört eben auch die Darstellung eines instinktiv erfolgten Bisses einer, wir betonen nochmals, harmlosen Schlingnatter. Wir finden es wesentlich informativer für die Bevölkerung, die Harmlosigkeit solch eines Bisses zu verdeutlichen, als die Tiere als gefährlich hinzustellen. Immer wieder sind im Internet Bilder von "Experten" zu sehen, welche ausgerüstet mit Fangwerkzeugen und geschützt durch Arbeits- oder Schweißhandschuhe eine harmlose Natter präsentieren. Ebenso kursieren auf vielen Seiten Beschreibungen und Geschichten über Reptilien, die eindeutig dem Reich der Fabeln und Märchen zuzuordnen sind.
Aus unserer Sicht wird durch solches od. ähnliches Vorgehen die Distanz nur noch grösser und die (unbegründete) Angst zusätzlich geschürt. Jeder Laie der sieht, das sogar Experten harmlose Nattern mit Arbeits- oder Schweißhandschuhen anfassen, ist mit Sicherheit mehr von der Gefährlichkeit dieser Tiere überzeugt, als wenn er sieht, dass solch ein instinktiv erfolgter Biss harmlos ist.

Wärend unserer Reptilien-Notdiensteinsätze, Freisetzaktionen mit Kindern und auch in Schulungen gelingt es uns immer wieder, durch die Demonstration der rein instinktiven Handlungsweisen der Schlangen ein Umdenken herbeizuführen. Die Leute sehen, dass eine ernste Verletzung durch einen Natternbiss erst gar nicht möglich ist. So lernen selbst Menschen mit vormals ablehnender Haltung diese Tiere zu akzeptieren,  ja sogar mit dem psychologischen Aspekt des plötzlichen "Zuschnappens" besser zurechtzukommen. Der aus unserer Sicht einzig vernünftige Weg diese Tiere in unserer Natur zu schützen und zu erhalten, ist es zu zeigen, wie die Tiere wirklich reagieren und welche Folgen daraus entstehen.

Zur Frage oder dem Vorwurf, ob dieser Biss provoziert wurde und der Schlange dadurch Schaden zugefügt wurde:
Sowohl Schlingnattern als auch alle anderen heimischen Nattern brauchen keine bewusste Ermutigung um zuzubeissen. Es liegt in ihrem Wesen und ist ein rein instinktiver, schematisch ablaufender Vorgang. Auch wurde dieser Biss keinesfalls provoziert, sondern beruht auf Zufall wärend der Fotosession für unser Info-Plakat über heimische Schlangen. Da niemand von uns bei einem Biss mit einem Wegreissen der Hand reagiert (um das Tier nicht zu verletzen), was in Anbetracht der Schnelligkeit des Bisses sowieso sinnlos ist, nützte der Fotograf die Situation für diese - aus unserer Sicht durchaus nützliche Dokumentation.

Schlingnattern sind klein und suchen ihr Heil wenn möglich in der Flucht. Sollte dies nicht mehr möglich sein, stehen ihnen zwei Abwehrmechanissmen zur Verfügung: 1.Passiv - das eine Kreuzotter immitierende Zeichnungsmuster - und 2. Aktiv - das plötzliche Zuschnappen, dass einen vermeintlichen Gegner zurückschrecken läßt. Diese erkämpfte Zeitspanne nützten sie für einen neuen Fluchtversuch. Sollte dieser wiederum erfolglos sein, erfolgt der Zubiss. Sollte der "Gegner" noch immer keine Reaktion zeigen oder sich entfernen, kann mann ihn vieleicht Fressen. Diese angeborenen Verhaltensmuster erfordern keine enormen Gehirnleisungen und beinhalten auch keinerlei Bösartigkeit wie Hass oder Wut, sondern sind rein instinktiv. Auch das Einsetzen des Schlingaktes erfolgt rein motorisch - in unserem Fall war das eben bis zu dem Punkt, an dem die Schlange nicht mehr weiterkam. Sie gab auf und wurde anschließend in die Natur zurückgeführt.

Zur Frage "Was machen dann erst die großen Schlangen, wenn die kleinen schon beissen???:
Es handelt sich hierbei - wie glasklar ersichtlich - um eine heimische Natter! Selbst die grösste Äskulapnatter kann einem noch so unterernährten Kind, einem Menschen od. Haustier (außer Maus od. ev. Ratte) nichts anhaben oder ernstlich verletzen. Was bleibt, ist auch hierbei nur die Angst vor dem Unbekannten. Sollte man einmal in den Tropen einer grossen Schlange begegnen, würde diese ebenso ihrer Art entsprechend reagieren. In ausweglosen Situationen wurden schon Menschen gebissen und zu verschlingen versucht.
Darum ist es am Besten, und das gilt für alle Schlangen, sie unbehelligt Ihres Weges ziehen zu lassen!

Zur Frage "Was sollen Menschen, welche diese Tiere seit jeher abschätzig betrachten, damit anfangen - bestärkt es solche Menschen nicht in ihrer Meinung, dass diese Tiere gefährlich sind?
Wir können nur versuchen, solche Menschen bestmöglich zu informieren, um ihnen ihre Angst und das Unverständnis zu nehmen.