Dino - die ganze Geschichte
(von Heinz Hubmann)

Wir hatten im Jahr 2003 einen 1,60 m großen und ca. 12 kg. Schweren männlichen Bindenwaran (Varanus salvator) aufgenommen. Das Tier wurde von einem Radfahrer in einer südsteirischen Gemeinde am Straßenrand gefunden; wurde von der Gendarmerie gesichert und dem Reptilienzoo zur Verwahrung und Pflege übergeben.

Das Tier war in äußerst kritischem Zustand, so konnte die Gesundheit nur über eine Langzeittherapie über einen Zeitraum von 14 Monaten wieder hergestellt werden.

Meine höfliche Bitte an den Bürgermeister um eine Unterstützung oder wenigstens teilweisen Abdeckung der entstandenen Kosten wurde sofort mit einer Anzeige beim Amts- Veterinär geahndet! Dieser versuchte infolge mit aller Härte gegen uns vorzugehen. Die kurze Kontrolle verlief äußerst wortkarg, bzw. beschränkte sich die Kommunikation auf ein gemurmeltes. "... ich muss nur etwas nachschauen" (??) und  "wie lang ist der Waran" (?!). Kurz wurde das Terrarium abgemessen und schon war ich  mit meiner Arbeit wieder allein.

In der Wochen später einlangenden Strafverfügung wurde mir auch gleich eine Haftstrafe angedroht. Aufgrund diverser Fehlinterpretationen und Falschberechnung der Terrarienhöhe (diese sollte nach dessen Berechnungen 5,80 Meter hoch sein!?), siegte doch noch die Gerechtigkeit und das Verfahren wurde eingestellt. Schon merkwürdig wie schnell man als bislang unbescholltener Bürger ins Gefängnis kommen kann, vor allem, wenn man nach Jahren unbezahlter Hilfstätigkeit für Behörden, um etwas Unterstützung und um Bezahlung der Aufwende bittet. Eine sehr einseitige und sonderbare Auslegung des, so gerne für politische Zwecke verwendeten, Tier- und Artenschutz.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, den zuständigen Bürgermeister wenigstens zu einer Kulanzlösung zu bewegen, erhielt ich letztlich die Aufforderung, dass im Falle der gesetzlichen Verpflichtung der Gemeinde zum Kostenersatz...

...IM ZUGE DER SCHADENSMINDERUNGSPFLICHT DAS TIER ZU TÖTEN UND ZU VERWERTEN SEI !!!

Diese ungeheuerliche tierfeindliche Aufforderung, begründet in der Nichtbereitschaft für die bereits erfolgte Gesundpflege des Tieres finanziell aufkommen zu wollen, disqualifiziert sich selbst! Wie tief betroffen wir über diese Aussage sind, kann nur jemand nachvollziehen, der miterleben konnte, wie viel Zeit, Arbeit und Geld einige investiert haben um dem Waran ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

So lebt "Dino" mittlerweile in einem 30m² großen Lebensraum mit ca. 15000 Lit. Schwimmteich, im GRAZER WOHLFÜHLHOTEL NOVAPARK!

Der Hotelinhaber  Herr Ing. Helmut Neukam hat weder Kosten noch Mühen gescheut  das Terrarium den Bedürfnissen des Tieres anzupassen. Demnächst wird der Lebensraum noch vergrößert, um dem "LIEBLING" des Personals und "ATTRAKTION" der Gäste noch ein Weibchen hinzuzufügen, damit "Dino" auch seinen Reproduktions-Instinkten nachkommen kann und durch zu erwartende Nachzuchten das interessante Projekt krönt.

Herr Neukam hat nicht nur ein großes Herz für Tiere (welches selbstverständlich auch Reptilien mit einschließt), sondern hat, nachdem er das Ansinnen des Bürgermeisters las, spontan eine Einladung  an ihn ausgesprochen, um diesem zu zeigen, welch stolzes Tier aus dem verwahrlosten Waran geworden ist.

Zusätzlich sind wir gerne bereit den Herrn Bürgermeister persönlich über die Herpetofauna zu informieren und darüber aufzuklären, dass es in der Natur noch viele Lebewesen gibt, die unseren Respekt für ihre Existenz und nützliche Lebensweise verdienen.

Wir haben in den vergangenen Tagen mit vielen Menschen gesprochen und auch eine naturwissenschaftliche Schule besucht. So sahen wir unsere Vermutung bestätigt, dass der moderne Mensch in seiner zukunftsorientierten Sichtweise sofort bereit ist, diese interessanten Tiere kennenzulernen und zu schützen, während andere in ängstlicher Unwissenheit verkümmern.

Zusätzlich war jeder der Meinung, dass weder die politische Fraktion des Bürgermeisters noch die Menschen in der (noch nicht genannten) Gemeinde, diese negativ Publicity verdient haben, die dieses tierverachtende Outing des gewählten Gemeindeoberhaupts verursacht.


Heinz Hubmann
Dez. 2006
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