Erklärung: Freisatzaktion des herpetologischen Zentrum Stmk.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister! (einer steir. Gemeinde)

Ich habe erfahren, dass es eine negative Äusserung eines Anrainers bezüglich unsere kürzlich durchgeführten "Schulstunde in der Natur" gab und möchte dazu kurz Stellung nehmen.

Zum Vorwurf: "...der Hubmann schmeißt die Schlangen raus, weil er in seinem Zoo zu wenig Platz hat..."

Das ist natürlich völliger Unsinn!

Ich habe zwar ein großes Herz, welches "alle Tiere" mit einbezieht (nicht nur die, die man essen kann), trotzdem kann ich nicht unsere gesamte natürliche Herpetofauna inhaftieren und im Zoo unterbringen 

So bin ich über einen Bescheid der Stmk. Landesregierung autorisiert, Reptilien (auch die Fußlosen) zu fangen, wenn sie in eine ausweglose Situation geraten oder sich konfrontierte Bürger bedroht fühlen und habe die Pflicht, diese gefangenen Schlangen wieder ordnungsgemäß in die Natur zurückzusetzen. Obwohl eigentlich selbstverständlich, möchte ich dennoch erwähnen, dass ich diesen Bescheid nur erhielt, weil in der Abt. Naturschutz bekannt ist, dass ich durch meine langjährige Tätigkeit mit Reptilien sehr genau über die Verbreitungsgebiete und Populationsdichte unserer heim. Schlangen Bescheid weis. So werden diese heim. ungiftigen und v.a. harmlosen Schlangen ausschließlich in Habitaten freigesetzt, in welchen sie auch natürlich vorkommen. Sonst hätten Sie als Nischentiere wohl kaum eine Chance zu überleben.

Unter dem Motto "Schulstunde in der Natur" lernen die Kinder sehr schnell, dass unsere heimischen Schlangen prinzipiell keine Gefahr bedeuten aber dringend unsere Akzeptanz für ein freies Leben in unserer Natur benötigen

Sollte der Landwirt / Jäger wirklich glauben, dass wir Schlangen nur "rausschmeißen", bin ich gerne bereit ihn persönlich aufzusuchen um ihn über unsere Fauna zu informieren und dass es in unserer Natur auch noch andere Tiere gibt, die unseren Respekt für ihre nützliche Lebensweise verdienen.

Ringel- Schling- und Äskulapnattern leben schon Jahrhunderte im besagten Gebiet, der Landwirt/Jäger war bislang nie in Gefahr und durch den Zugang einiger Schlangen ebenso nicht. Wenn er über die nützliche Lebensweise dieser Tiere Bescheid wüsste, wäre er uns dankbar und würde sich über den Zuwachs freuen.

In der Steiermark sind die heimischen Schlangen (obwohl bereits im Rückgang) mancherorts noch recht gut vertreten
In Deutschland werden bereits Unsummen aufgewendet, um die vom Aussterben bedrohte Würfelnatter zu retten.So entstehen an vormals zubetonieren Flussläufen wieder Aulandschaften, die nicht nur schöner anzusehen sind sondern v. a. der Würfelnatter eine Überlebenschance ermöglichen 

Es liegt anscheinend in der Natur des Menschen, erst alles kaputt zu machen, zu Jammern, die Fehler und Schuldige zu suchen und dann erst zu begreifen, was wieder einmal falsch gemacht wurde. (...und danach wiederum zu Jammern, weil selbst halbherzige Wiedergutmachungen viel Geld verschlingen).

Um diesen Lauf sinnvoll zu verändern haben wir auch unser Projekt (Terrassicpark) geplant, um durch Wissensverbreitung in die Zukunft zu investieren.

Wir hoffen dass sie durch solche Äußerungen (wie die Vorliegende) nicht an Objektivität verlieren, da diese ja nur fehlendes Wissen widerspiegelt. Dazu wiederhole ich gerne die Einladung, sich vorort in meinem Zoo über meine Arbeit als auch über die Tiere zu informieren.

Wir würden uns freuen, wenn sie und ihre Gemeinde mit uns als Partner gemeinsam zu dem vorliegenden Projekt stehen und damit zur Realisierung beitragen.

Dieses Projekt ist ein Schritt in die Zukunft und wird im Laufe einiger Jahre zunehmend an Bedeutung gewinnen, v. a. der medizinische, aber auch der mulikulturelle Bereich, wird sich für alle Beteiligten lohnen.

Investieren wir in die Zukunft!

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Hubmann

Herpetologisches Zentrum Graz Stmk.

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