Die Normenklatur - Die Richtlinen der Namensgebung

Die Wissenschaftliche Nomenklatur benutzt meistens Wörter oder Wortteile der griechischen und der lateinischen Sprache, um die einzelnen beschriebenen Arten zu kennzeichnen. Sie ist international einheitlich und dadurch auf der ganzen Welt verständlich. Sie werden von einer internationalen Nomenklaturkommission nach festen Regeln überprüft, bestätigt, verworfen oder abgeändert. Der wissenschaftliche Name einer Schlange besteht zunächst aus zwei Teilen, wobei der erste die Gattung und der zweite die Art bezeichnet. Erst in dem Moment, in welchem man entdeckt, dass es zu dieser beschriebenen Art nahestehende andere Schlangen gibt, die den Rang von Unterarten haben, ist der dritte Name notwendig. In diesem Fall wird es dann notwendig, die zuerst beschriebene Schlange als jene zu kennzeichnen, welche der Art den Namen gegeben hat. Diese wird dann die sogenannte Nominatform. Dies geschieht dadurch, dass man den Artnamen noch einmal wiederholt.

Die in der Taxonomie, der Einordnung der einzelnen Schlangen in das wissenschaftliche System benutzten Namen, sind in der Regel abgeleitet von:
  • den Namen des Entdeckers des Tieres
  • den Namen von bedeutenden Herpetologen oder Amateurherpetologen
  • den Gegenden, aus denen das beschriebene Tier stammt
  • den Eigenschaften oder Besonderheiten, die das beschriebene Tier aufweist
Wir fragen uns oft, warum in letzter Zeit so viele Tiere umbenannt wurden!
Das hat aus meiner Sicht wohl mehrere Gründe: Einerseits steigendes Interesse der Wissenschaft an der Herpetologie, andererseits den Fortschritt der Technik, wodurch aufgrund neuer Untersuchungsmethoden neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dadurch erscheint eine Neuzuordnung sinnvoll. Die Herpetologie ist einer ständigen Weiterentwicklung durch Beschreibungen von neu entdeckten Arten und Fortschritten durch die Gewinnung neuer Erkenntnisse unterworfen. Dadurch ist das taxonomische Gefüge nicht starr, sondern einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen. Ursächliche Probleme und dadurch bedingte Namensänderungen können auch aus der Grammatik resultieren. Der Gattungsname ist der Ausgangspunkt. Ist er männlich, müssen auch Art- und Unterartname männlich sein. Dasselbe gilt bei weiblichen Ableitungen.

Heinz Hubmann
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